Barcelona domina laliga: 11 tore nach ecke – flick macht den unterschied

Elf Mal jubelte der FC Barcelona, nachdem der Ball zuvor von der Eckfahne gekommen war. Kein Verein trifft häufiger aus dieser Standardsituation – und das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer Strategie, die Hansi Flick bis ins Detail durchdekliniert hat.

Flicks erfolgsrezept: jede ecke ist ein geplanter angriff

Der deutsche Coach behandelt die Ecke wie einen Freistoß vor dem Tor: jede Laufroute festgelegt, jede Verteidigungslücke kartiert. Die Folge: 11 Tore ging auf das Konto von Pedri, Ferran Torres, Eric García, Ronald Araújo, Jules Koundé, Robert Lewandowski, Lamine Yamal, Pau Cubarsí, Fermín López und Marc Bernal. Nur Araújo traf doppelt – zuletzt gegen Rayo Vallecano zum 1:0-Sieg.

Die Zahlen sind schonungslos: Barcelona verwertet 14 % seiner Eckstöße, während der Liga-Schnitt bei mageren 4 % liegt. Zweiter im Ranking ist der FC Oviedo mit acht Treffern, doch der Klub spielt in der Segunda División. Unter den Erstligisten folgen Alavés, Espanyol, Levante, Valencia und Villarreal mit jeweils sechs Corner-Toren – fast hälftig weniger.

Barcelona ist auch beim standardsaldo spitze

Barcelona ist auch beim standardsaldo spitze

Addiert man Freistoß- und Eckstöß-Tore, kommt Barcelona auf 78 Torgefahren nach Standardsituationen und 12 verwandelte Chancen. Nur CA Osasuna hat ein Tor mehr erzielt, dafür aber deutlich mehr Räume gebraucht. Die Botschaft ist klar: wer bei Flick nicht bis zur Nachspielzeit konzentriert ist, bestraft – per Ecke.

Der Trainer selbst gibt sich kühl: „Wir wollen den Gegner aus der Reserve locken, dann schnell umschalten.“ Auf dem Trainingsplatz steht dazu ein Kasten voller Pfeile und Magneten, mit denen er die Staffelung seiner Spieler millimetergenau einstudiert. Die Ecke wird zur Visitenkarte eines Kollektivs, das nicht nur Talent, sondern auch Plan hat.

Die Konkurrenz schaut neidisch. Atlético-Coach Diego Simeone schimpfte nach dem 0:1 gegen Barcelona: „Sie schlagen eine Ecke – und wir stehen falsch.“ Genau das ist Flicks Kunst: den Gegner schon vor dem Ballkontakt in die Irre führen.

LaLiga hat einen neuen König: nicht nur der Tabelle nach, sondern auch bei der tödlichen Ruhe, mit der Barcelona aus der Ecke heraus trifft. Wer hier nicht aufpasst, kassiert – und zwar geplant.