Bamberg: pokalsieg als sprungbrett zum double-traum?

Ein Märchen schreibt sich in Bamberg – und das schneller, als es viele für möglich gehalten hätten. Die BMA365 Bamberg Baskets, mit einem Etat, der in der Basketball Bundesliga (BBL) kaum mithalten kann, träumen plötzlich vom Double aus Meisterschaft und Pokal. Nach dem beeindruckenden 3:0-Sweep im Viertelfinale gegen den Vizemeister aus Ulm scheint der ganz große Wurf plötzlich greifbar.

Die bilanz spricht für sich: bamberg als rückrunden-dominator

Geschäftsführer Philipp Höhne (39) kann es selbst kaum fassen: „Wer hätte das gedacht? Wir kämpfen um das Double!“ Die Zahlen untermauern den Erfolg: Mit nur zwei Niederlagen sind die Bamberger die stärkste Mannschaft der Rückrunde. Doch was macht dieses Team so besonders? Es ist nicht nur die individuelle Klasse einzelner Spieler, sondern vor allem der unbändige Teamgeist.

Kein Ego-Gezänk, sondern echtes Teamplay – das ist das Erfolgsrezept. „Der Pokalsieg war ein Schlüsselerlebnis für uns“, so Höhne. „Seitdem glauben wir noch mehr an unsere Stärke und lassen uns auch von Rückständen nicht aus der Ruhe bringen.“ Und das ist kein leeres Versprechen. Die Bamberger haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, auch unter Druck zu bestehen und als Kollektiv zu agieren.

Personell im umbruch: kann bamberg die erfolgsgeschichte fortsetzen?

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Doch der Traum vom Double könnte gefährdet sein. Zahlreiche Leistungsträger verlassen den Verein. Topscorer Ibi Watson (28) zieht nach Ulm, Zach Ensminger (25) geht nach Oldenburg und Moritz Krimmer (25) nach Trier. Auch die Verträge von Cobe Williams (25) und EJ Onu (26) laufen aus. Die Konkurrenz lockt mit höheren Gehältern, bei denen Bamberg schlichtweg nicht mithalten kann. „Andere Klubs locken mit Gehältern, bei denen wir nicht mithalten können“, räumt Höhne ein.

Die Situation ist delikat, aber die Verantwortlichen wollen den Kader trotz allem zusammenhalten. Der Gesamtetat wird in der neuen Saison um gut eine halbe Million Euro auf 6,6 Millionen Euro angehoben. Und der Trainer Anton Gavel (41) steht trotz eines möglichen Interesses der Euroleague-Klubs, vermutlich Bayern München, weiterhin an der Seitenlinie – zumindest vorerst. „Klar ist, dass wir ihm keine Steine in den Weg legen wollen, wenn er diese Möglichkeit hat“, so Höhne, „aber es würde eine Auflösungsvereinbarung geben müssen.“ Eine Ablösesumme von einer Million Euro wird in der Diskussion gebracht.

Im Halbfinale trifft Bamberg auf den Sieger des Spiels zwischen Berlin und Vechta. „Wir müssen uns vor niemandem verstecken“, betont Höhne. Die Bamberger haben bewiesen, dass sie zu den besten Teams der Liga gehören und auch gegen vermeintlich stärkere Gegner mithalten können. Die aktuelle Erfolgsserie könnte Bambergs letzter Tanz sein, aber solange die Spieler und der Trainer top motiviert sind, ist alles möglich.

Die Spieler spielen um Titel – da lässt sich niemand hängen. Und das ist es, was diese Mannschaft so besonders macht: Sie kämpft für jeden Punkt, für jeden Korb, für jeden Sieg. Bamberg hat sich in die Herzen der Basketball-Fans gespielt – und will diesen Traum nun gemeinsam mit den Fans weiterleben lassen.