Bahnrad-hoffnung hinze: mutterglück und der kampf um olympia!

Emma Hinze, die Vize-Olympiasiegerin im Bahnradsport, steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Sie will nach der Geburt ihres Sohnes zurück auf die Weltspitze – und das in einer Sportart, die junge Mütter selten honoriert. Der Traum von Olympia 2028 in Los Angeles ist zwar noch am Leben, doch der Weg dorthin ist gespickt mit Hindernissen, die über die körperlichen Veränderungen hinausgehen.

Ein neustart mit hindernissen

Für die 28-jährige Hinze begann ein neues Kapitel, als sie Mutter wurde. Doch während viele Athletinnen ihre Karriere vor dem Nachwuchs beenden, will sie es anders machen. „Man ist nie wieder wie davor. Ich habe einen Menschen geboren. Der ist in mir herangewachsen. Das ist so eine krasse Sache. Das wird nie wieder wie davor. Und das ist völlig ok.“ Aber der Weg zurück in den internationalen Bahnradsport ist alles andere als einfach.

Die Strukturen im Sport sind offenbar noch nicht auf die Bedürfnisse von Müttern eingestellt. Hinze trainiert im Moment weitgehend alleine und vermisst eine professionelle Unterstützung. „Das mache ich allein, da gehe ich nach Gefühl. Das muss man als Frau momentan noch für sich machen.“ Der Rückbildungskurs sei zwar hilfreich, aber eben auch etwas, das Nicht-Sportlerinnen nach der Geburt in Anspruch nehmen. Die fehlenden Punkte in der Weltrangliste aufgrund ihrer Schwangerschaft sind dabei ein besonders bitterer Schlag.

Verbandsherausforderungen und neue prioritäten

Verbandsherausforderungen und neue prioritäten

Hinze musste ihre Punkte in der Weltrangliste erlöschen lassen und muss nun mühsam wieder von vorne anfangen. Das bedeutet, dass sie viele kleine Rennen absolvieren muss, um überhaupt wieder an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. „Die in diesem Herbst in China stattfindende Ausgabe könne ich deshalb überhaupt nicht fahren“, klagt sie. Der Weltverband scheint da nicht besonders kulant zu sein, im Gegensatz zum Triathlon, wo Punkte für Sportlerinnen während der Schwangerschaft eingefroren werden.

Doch trotz aller Widrigkeiten behält Hinze ihren Blick nach vorne. „Ich habe nochmal Lust, daraufhin anzugreifen.“ Ob sie ihre alte Form wieder erreichen kann, bleibt abzuwarten. Der Fokus hat sich verschoben, der Sport ist nun die „schönste Nebensache der Welt“, während die Mutterrolle eine Quelle unendlicher Glücksgefühle ist.

Und vielleicht ist es genau diese neue Perspektive, die Hinze stärker macht – auch wenn sie zugibt, dass es „ok ist, nicht alles zu schaffen, was man sich vornimmt.“ Die Muscle Memory ist zwar noch da, aber die Gewichte sind noch andere. Die größte Lektion, die sie aus dieser Erfahrung mitnimmt: Es ist in Ordnung, nicht perfekt zu sein.