Hummels erklärt wm-eröffnung zum null-bock-spiel

Mats Hummels ließ keine Sekunde lang nach der Eröffnungspartie von Mexiko gegen Südafrika den Samtvorhang über seiner Zunge. „Die werden hier nicht lange dabei sein“, donnerte er im MagentaSport-Studio, noch bevor die letzte Eckenstatistik über den Bildschirr wischte.

Zwei teams, keine spur von kante

Das 0:0 der Begegnung war nicht einfach torlos, es war ideenlos. Südafrika stand tief, Mexiko passte quer. In der 38. Minute wurde es so ruhig im AT&T Stadium, dass man das Air-Conditioning summen hörte. Hummels, sonst lieber Taktik-Fuchs als Schimpfkanonade, kochte.

„Wenn man beim ersten Auftritt schon den Eindruck vermittelt, das Turnier sei Nebensache,, warum fliegt man überhaupt nach Dallas?“ Seine Worte waren ein Messer für die beiden Trainerbänke, die in der Kabine wohl noch lange nachschärfen werden.

Die daten hinter der enttäuschung

Die daten hinter der enttäuschung

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: gerade einmal 0,9 xT (expected Threat) produzierte Mexiko aus offenem Spiel. Südafrika kam auf lächerliche 0,3. Kein einziger Schuss aus zentralen Räumen innerhalb des Sechzehners. Hummels verwies direkt auf die tiefe Defensivlinie und das Fehlen jeglicher Umschaltschnelligkeit. Beide Teams trafen weniger Pässe in die gegnerische Hälfte als Hummels in der vergangenen Saison pro 90 Minuten allein.

Das Publikum reagierte mit gespaltener Loyalität. Ein Drittel der 92.000 Zuschauer kam in mexikanischem Grün, ein Viertel in südafrikanischem Gelb – doch als die Schlusssirene ertönte, herrschte nur noch Ratlosigkeit. „Ich habe für diese Karte 400 Dollar bezahlt und bekomme ein Freundschaftsspiel zum Weltcup-Preis“, murmelte ein Fan direkt neben der Mixed-Zone. Seine Wut war berechtigt.

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter?

Nächster Prüfstein für Südafrika: Spanien am 16. Juni. Mexiko trifft einen Tag später auf Neuseeland. Hummels blickt skeptisch: „Wenn jetzt keine Reaktion kommt, wird das Turnier für beide Seiten schneller vorbei sein als ihr Flugticket zurück.“

Die Wahrheit ist brutal – und kommt in diesem Fall mit bayrischem Akzent daher.