Babett peter zündet den turbo in frankfurt: jetzt jagt sie titel statt klischees

„Der Fisch stinkt vom Kopf“ – diesen Satz lässt Babett Peter nicht einfach in den Raum fallen, sie stülpt ihn förmlich über den kompletten Frauenfußball-Standort Eintracht Frankfurt. Seit 1. Januar sitzt die 37-Jährige im Sportdirektor-Stuhl, und was dort bisher nach Verwaltung klang, wird jetzt zur Kampfansage. Weltmeisterin, Europameisterin, Champions-League-Siegerin – die Aktenmappe ihrer Spielerkarriere ist dicker als jedes Dossier der Konkurrenz. Jetzt will sie die nächste Trophäe – nur diesmal vom Büro aus.

Vom feld in den funkraum: peter startet mit vollgas

„Better people, better player“ – das klingt nach Startup-Slang, ist aber Peters Masterplan. Während Katharina Kiel die strategische Linie zieht, krempelt Peter das Kader. Gespräche mit Nicole Anyomi und Géraldine Reuteler laufen bereits, beide Schlüsselspieler stehen offiziell „auf gutem Weg“, doch hinter den Kulissen heißt es: Wer zögert, fliegt. Die Botschaft ist klar – Frankfurt will den Sommermassenexodus von 2025 nicht wiederholen.

Die US-Erfahrung schwingt mit. Beim Chicago Stars FC musste sie niemanden mehr überzeugen, dass Frauenfußball funktioniert. In Deutschland ist das anders. „Hier wird noch diskutiert, nicht geliefert“, sagt sie trocken und lächelt dabei so wenig wie früher bei einem Foul im Strafraum.

Triple-druck statt lippenbekenntnisse

Triple-druck statt lippenbekenntnisse

Dritter Platz der Bundesliga, Halbfinale im Women's Europa Cup, Viertelfinale im DFB-Pokal – die Eintracht trägt drei Hüte, und Peter will keinen verlieren. „Zwei Titel sind realistisch“, sagt sie, ohne zu zuckern. Als nächstes wartet Wolfsburg im Pokal, genau jene Mannschaft, die Frankfurt in der Liga schon 1:4 demolieren ließ. Peter nickt: „Rache ist kein schlechter Motivator.“

Sie selbst sieht sich nicht als Retterin, sondern als Brandbeschleuniger. „Ich habe gelernt, dass sich Erfolg nicht bittet, man muss ihn sich nehmen.“ Diesen Satz bringt sie in jedes Meeting, auch wenn die Spielerinnen ihn mittlerweile mitsingen können. Es wirkt.

Die Uhr tickt. Die Transferfenster werden kürzer, die Erwartungen größer, und Peter hat keinen Bock auf Nebelkerzen. „Wir können entweder reden oder gewinnen“, sagt sie und tippt dabei auf das EM-Logo ihres Jackens. „Ich habe genug geredet.“