Azzurre verlieren 0:1 gegen schweden – rache gegen dänemark gefordert
Reggio Calabria, 3. März 2026. Die italienische Frauennationalmannschaft startet mit einer Niederlage in die WM-Qualifikation. Schweden gewinnt knapp mit 1:0 – das Tor fällt in der ersten Halbzeit, als die Azzurre noch schläfrig wirken. Fünf Begegnungen, null Siege gegen die Skandinavierinnen seit 2023. Das Tabuthema bleibt ungelöst.
Eine erste halbzeit, die man schnell vergessen möchte
Cheftrainer Andrea Soncin schickte neun von elf Stammspielerinnen der EM-Halbfinale gegen England aufs Feld – und doch war von dieser Mannschaft in den ersten 45 Minuten kaum etwas zu sehen. Das System wechselte von 3-5-2 auf 4-3-3, aber das allein erklärt nicht die Passivität. Die Schwedinnen störten den Spielaufbau mit klugem Pressing, zwangen die Azzurre zu langen, ziellosen Bällen.
Dann kam der Moment, der das Spiel entschied. Severini verlor einen katastrophalen Ball in der eigenen Hälfte. Bah sprintete los, die erst 18-jährige Felicia Schroder – ein Name, den man sich merken sollte – verteilte mit dem Rücken zur Linie wie eine Veteranin. Angeldahl zog aus der Distanz ab, der Ball hüpfte unglücklich vor Giuliani auf – 0:1. Danach verwalteten die Schwedinnen das Ergebnis mit einer Selbstverständlichkeit, die schmerzt.

Die zweite halbzeit zeigt, welche mannschaft möglich ist
Kein Wechsel zur Pause, aber eine völlig andere Mannschaft. Die Azzurre kamen aus der Kabine mit mehr Hunger, mehr Tempo, mehr Willen. Viertelstunde nach Wiederanpfiff: Torhüterin Falk kommt zu spät, Cambiaghi köpft – und trifft den Pfosten. Bitter. Bonansea war nach einem Soncin-Doppelwechsel ebenfalls nah dran, köpfte aber zu zentral.
Das stärkste Bild des Abends lieferte die eingewechselte Dragoni: Ihr Abschluss zwang Verteidigerin Andersson – 19 Jahre alt, bereits beim Real Madrid – zu einer Rettungsaktion auf der Linie. Ein 4-2-4 im Endspurt, Totaleinsatz, aber kein Tor. Der Ausgleich wäre verdient gewesen. Er fiel nicht.

Schweden baut auf jugend – und die hat klasse
Der neue schwedische Nationaltrainer Gustavsson saß wegen einer Sperre auf der Tribüne im Granillo-Stadion, aber sein Team spielte wie eines mit klarem Plan. Nach dem frühen EM-Aus im Viertelfinale gegen England und dem Nations-League-Halbfinalaus gegen Spanien läuft in Schweden ein echter Verjüngungsprozess. Und der hat Substanz: Neben der bereits erwähnten Schroder sticht die 22-jährige Bah heraus – beide noch beim BK Häcken in Göteborg aktiv. Noch.

Samstag in vicenza: pflichtaufgabe dänemark
Soncin gab sich nach dem Abpfiff kämpferisch: „Ich habe der Mannschaft nichts vorzuwerfen. Das Ergebnis fehlt, aber ich habe ein Wachstum gesehen und den richtigen Geist.
