Arsenal beendet torflaute und schickt city in die defensive

Der FC Arsenal hat mit einem Schlag zwei Krisen gelöst: Die Torsperrmatte ist gerissen, die Meisterschaft wieder offen. Beim 3:0 gegen Fulham erinnerte Mikel Artetas Mannschaft an die Tage, als sie Gegner in Grund und Boden schoss – und nicht nur dominierte.

Das 3:0 war kein befreiungsschlag, es war eine drohung

Drei Tore vor der Pause, alles im Kasten nach 45 Minuten. Die letzten Male, als sich so etwas an der Emirates anbahnte, datieren auf Februar, als Tottenham mit 1:4 unterging. Seitdem lief der Wettbewerb „Wann klingelt’s endlich dreimal?“ – 72 Tage ohne Erfolgserlebnis, eine Ewigkeit für einen Angriff, der die Liga in 17 Partien mindestens dreimal traf. Die Liste liest sich wie das Who-is-Who des europäischen Fußballs: Bayern (3:1), Inter (1:3), Aston Villa (4:1), Atlético Madrid (4:0). Nur gegen Fulham sollte es plötzig nicht mehr klappen? Quatsch.

Der Bann brach, weil Bukayo Saka zurückkehrte. 31 Tage saß der Flügelflitzer nur auf der Bank, gegen Fulam spielte er wieder von Anfang an – und lieferte nach 36 Minuten die Vorlage zum 2:0, vier Minuten später schob er selbst ein. Seine Verbindung mit Viktor Gyökeres war so präzise, dass Marco Silva auf der Linie regelrecht einzuckte. „Wir haben kein Mittel gegen diese Geschwindigkeit gefunden“, gestand der Fulham-Coach. Arteta dagegen strahlte: „Bukayo ist unser Herzschrittmacher. Wenn er spielt, schlägt das Team im richtigen Takt.“

Vier punkte vorsprung – und ein gespenst namens atlético

Vier punkte vorsprung – und ein gespenst namens atlético

Manchester City muss am Montag gegen Everton gewinnen, um den Rückstand auf sechs Zähler zu verkürzen. Klingt nach Druck, ist aber eine Nebensache. Die wahre Prüfung folgt am Mittwoch in der Champions-League-Halbfinal-Rückspiel. Dort wartet Atlético Madrid, der Gegner, den Arsenal im Oktober in 13 Minuten mit 4:0 zerlegte – und der im Viertelhinspiel mit einem 1:1 zurückschlug. Diego Simeone ließ sich nach dem Desaster in London nicht lumpen: „Wir haben gelernt, was es heißt, gegen eine Maschine zu spielen.“

Die Maschine stottert seitdem. Die letzten fünf Pflichtspiele brachten nur zwei Siege, dazu das 0:2 in Lens und das 2:2 gegen Bayern. Die Torgefahr war weg, die Selbstgewissheit auch. Gegen Fulham kehrte beides zurück – zumindest für 90 Minuten. „Wir haben wieder Tore geschossen, aber wir haben auch wieder zugehört“, sagte Arteta und deutete an, dass die Halbzeitansprache vor allem aus lauten Worten bestand. Die Botschaft war klar: Wer Champions-League-Endspiele gewinnen will, darf nicht warten, bis der Gegner nachlegt.

Die Zahlen sprechen für sich: Arsenal traf in 17 Pflichtspielen mindestens dreimal, öfter als jede andere Premier-League-Mannschaft. Die xG-Kurve zeigt seit Wochen keinen Abwärtstrend, nur die Konvertierung versagte. Jetzt ist das Pendel zurückgeschlagen – und zwar mit Wucht. Wenn Saka fit bleibt und Gyökeres seine Laufwege behält, hat selbst Simeones Betonwand Risse.

City mag noch sieben Finals gewinnen, aber das Bild von Arsenal, das in einem Viertelstündchen vier Tore versenkt, bleibt hängen. Der Sieg gegen Fulham war keine Erinnerung, er war eine Ansage: Die Gunners sind wieder scharf geladen. Und sie haben einen Spieler, der den Unterschied macht – nicht irgendwann, sondern jetzt.