Seider-test: usa demontieren deutsche eishockey-hoffnungen!

Mannheim – Die Vorfreude auf die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz war kurzlebig. Die deutsche Nationalmannschaft erlebte in Mannheim einen bitteren Dämpfer: Gegen ein B-Team der USA unterlag das Team von Bundestrainer Harold Kreis mit 2:5. Trotz des deutlichen Resultats hinterließ Kapitän Moritz Seider einen positiven Eindruck – doch die Aufgabe gegen Finnland am Freitag wird deutlich schwieriger.

Seider zeigt potenzial, usa bleiben unaufhaltsam

Seider zeigt potenzial, usa bleiben unaufhaltsam

Die Erwartungen an Moritz Seider, gerade erst von der Reha nach Mannheim zurückgekehrt, waren hoch. Der NHL-Verteidiger wirkte bemüht, sich für die WM zu empfehlen, spielte aber solide durch. Doch die Amerikaner, ohne ihre Olympiasieger vom Februar, zeigten von Beginn an, warum sie als Titelanwärter gelten. Ryker Lee brachte die USA in Überzahl in Führung, und die folgenden Treffer von Lafferty, Steeves, Plante und Olivier machten den deutlichen Sieg perfekt.

Für Deutschland trafen lediglich Parker Tuomie und Arkadiusz Dziambor. Die deutsche Mannschaft fand selten Mittel, um die starke US-Abwehr zu knacken. Die Überzahlspiel blieb ineffektiv, und die wenigen hochkarätigen Chancen wurden vergeben. Joshua Samanski vergab eine glänzende Möglichkeit zum Ausgleich, ebenso wie Dominik Bokk.

Ein Blick auf die Ausfälle: Der Kader von Bundestrainer Kreis ist noch lange nicht komplett. Neben den NHL-Stars Leon Draisaitl, Tim Stützle und John-Jason Peterka, die verletzungsbedingt fehlen, droht auch Lukas Reichel nach seinem Ausscheiden mit Bostons Farmteam seine Abreise anzutreten. Christian Künast, DEB-Sportvorstand, deutete an, dass eine Rückkehr unwahrscheinlich sei. „Es gibt im Moment keine endgültige Absage, aber es wird in diese Richtung gehen“, so Künast.

Die kommenden Aufgaben erfordern eine deutliche Leistungssteigerung. Das Eröffnungsspiel gegen Finnland am Freitag wird ein erster Test für das Kreis-Team, das sich bis dahin durch zahlreiche Zugänge von den Eisbären Berlin verstärken wird. Ob Frederik Tiffels und Co. den entscheidenden Unterschied machen können, bleibt abzuwarten. Die Erinnerung an die deutliche Niederlage gegen die USA wird noch lange nachwirken – ein Weckruf für die deutsche Mannschaft vor dem WM-Start. Die Aufgabe wird enorm, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die USA demonstrierten eindrücklich ihre Stärke und ließen keine Zweifel daran, dass sie auch ohne ihre Stars zu den Top-Teams der Welt gehören. Das deutsche Team muss sich nun schnell anpassen und seine Leistung steigern, wenn es in der WM eine Rolle spielen will. Die Reise nach Finnland beginnt jetzt – die Zeit zum Nachdenken ist vorbei. Es gilt, sich zu fokussieren und sich auf die Herausforderungen vorzubereiten, die noch kommen werden.