Hybrid-boom: deutsche hersteller hinken hinterher!
Die Kunden wollen sie, der Markt fordert sie – und die Autobauer müssen liefern: Hybridfahrzeuge erleben einen regelrechten Aufschwung. Besonders die Vollhybrid-Technologie, bei der der Elektromotor den Verbrenner unterstützt und kurze Strecken rein elektrisch gefahren werden können, gewinnt an Popularität. Doch während einige Hersteller bereits kräftig zulegen, scheint es, als würden deutsche Automobilhersteller den Anschluss verpassen.

Ein trend, der sich durchsetzt
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Anteil von Vollhybriden am Gesamtmarkt ist in Italien im Februar dieses Jahres auf 15,1 Prozent gestiegen – ein neuer Rekordwert. Und das, obwohl der Markt für Mild-Hybride (bei denen der Elektromotor lediglich unterstützend wirkt) weiterhin über 30 Prozent Marktanteil hält. Der Erfolg liegt nicht zuletzt daran, dass das Angebot an Vollhybridmodellen stetig wächst. Waren es früher vor allem Toyota-Fahrzeuge, die mit dieser Technologie aufwarteten – die Prius, Yaris und Aygo X Hybrid haben hier Pionierarbeit geleistet –, so haben mittlerweile zahlreiche Hersteller nachgezogen. Dacia, Renault, Ford, Honda, Hyundai, Kia, Mazda, Mitsubishi, Nissan und Suzuki bieten mittlerweile ebenfalls Vollhybrid-Modelle an. Auch chinesische Hersteller wie Omoda-Jaecoo, Dongfeng, Forthing und MG drängen auf den Markt.
Doch wo bleiben die deutschen Hersteller? Bisher haben sie sich primär auf Mild-Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Technologien konzentriert und den Schritt zum Vollhybrid-Antrieb übersprungen. Das könnte sich jedoch bald ändern. In den kommenden Monaten sind zahlreiche neue Vollhybrid-Modelle erwartet, darunter auch einige aus deutscher Produktion. Es bleibt abzuwarten, ob sie damit den Rückstand aufholen können.
Die Renault Clio 2026, beispielsweise, verspricht mit einem Verbrauch von 25 km/l eine beeindruckende Effizienz. Auch Modelle wie die Dacia Sandero und der Volkswagen T-Roc setzen auf Hybridtechnologie. Und mit dem GWM Ora 5 und dem Omoda 4 drängen chinesische Hersteller mit attraktiven Angeboten auf den Markt. Die Entwicklung ist rasant, und es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die deutschen Hersteller in diesem Wettbewerb positionieren.
Die Frage ist nicht, ob Hybridtechnologie die Zukunft der Mobilität ist, sondern wann die deutschen Hersteller ihre volle Innovationskraft in diesem Bereich entfalten werden. Denn die Nachfrage ist da, und die Konkurrenz schläft nicht.
Die Zeit drängt.
