Santerno feiert jahrhundert: costa-erbe und motorsport-legenden
Imola bebt – und das aus gutem Grund. Der Moto Club Santerno, eine Institution im italienischen Motorsport, feiert sein 100-jähriges Bestehen. Ein Fest der Geschwindigkeit, der Geschichte und der Erinnerung an eine Mann, der den Ort für immer prägte: Checco Costa.

Ein vermächtnis aus leidenschaft und vision
Die Feierlichkeiten, die vom 1. bis 12. Juni im Museo „Checco Costa“ am Autodromo Enzo und Dino Ferrari stattfinden, sind mehr als nur eine Ausstellung historischer Motorräder und Trophäen. Sie sind eine Hommage an Francesco Maria „Checco“ Costa, der den Verein von 1946 bis 1988 mit unermüdlichem Einsatz und visionärem Weitblick leitete. Er war nicht nur der Organisator bahnbrechender internationaler Rennen, sondern auch der treibende Geist hinter der Gründung des Autodroms, dem „Piccolo Nürburgring“, wie ihn die Motorsportwelt liebevoll nennt.
Die Idee, die Imola auf die Motorrad-Landkarte brachte, entstand in Costa's Kopf, als er im Park der Mineralwasserquellen Rennen im Gelände veranstaltete. Nach dem Zweiten Weltkrieg, am 21. Juli 1946, folgte ein Rennen auf den Straßen der Stadt. Doch Costa wollte mehr – einen festen Rennplatz. „Wie ein zerbrechliches Geschöpf“, schrieb sein Sohn Claudio, „wurde diese Idee von vielen aufgenommen, unterstützt, behütet und genährt, aber nur einer war ihr Vater für immer: Checco Costa.“
Die Ausstellung zeigt nicht nur beeindruckende Motorräder aus vergangenen Jahrzehnten, sondern auch eine einzigartige Sammlung von Dokumenten und Memorabilien. Dazu gehören Paraden auf der Strecke, Auftritte von Größen aus der Vergangenheit und Gegenwart des Motorradsports und natürlich die Ehrung der Clinica Mobile, des mobilen Krankenhauses, das von „Dottorcosta“ entworfen und seither weltweit eingesetzt wird – eine Revolution im Motorsport.
Carlo Costa, der heutige Präsident des Moto Club und selbst ein erfahrener Motorsportkommentator, blickt stolz auf die Vergangenheit: „Unsere Imola ist erneut bereit, in den Farben der Weltmeisterschaft zu erstrahlen und eine Geschichte zu feiern, die in der Welt der italienischen Motorclubs selten zu finden ist.“
Die tragische Ironie des Schicksals darf man nicht vergessen: Checco Costa, der Mann, der das Autodrom schuf, kam 1988 bei einem Unfall ums Leben, als er gerade mit dem Fahrrad von zu Hause fuhr und von einem Motorradfahrer überfahren wurde. Ein bitterer Abschied eines legendären Pioniers.
Die „Festa dei 100 anni“ ist ein würdiger Rahmen für die Ehrung eines Mannes, dessen Name untrennbar mit dem Motorsport in Imola verbunden ist. Ein Fest für die Fans, für die Geschichte und für die Erinnerung an Checco Costa – ein Vermächtnis, das weiterlebt.
