Porrari: amerikanischer ingenieur baut porsche-ferrari-hybrid

Ein Porsche 911 SC aus dem Jahr 1978, der mit einem Ferrari V8-Motor bestückt wurde – das ist die neueste Kreation von Jimmy Oakes, einem auf YouTube bekannten Auto-Ingenieur. Der „Porrari“, wie Oakes sein Projekt nennt, ist mehr als nur eine Modifikation; es ist eine kühne Umbauarbeit, die selbst eingefleischte Automobilfans ins Staunen versetzt.

Ein sakrileg oder die spitze der automobilkunst?

Ein sakrileg oder die spitze der automobilkunst?

Oakes, der über 585.000 Abonnenten auf seinem YouTube-Kanal hat, ist bekannt für seine radikalen Transformationen klassischer Sportwagen. Doch dieser Umbau geht weit darüber hinaus. Der originale 911 SC, ein Modell mit einem 3,0-Liter-Boxermotor, der lediglich 180 PS leistete, wurde mit einem 400 PS starken V8-Motor aus einem Maserati Quattroporte (dessen Motor wiederum von Ferrari stammt) ersetzt. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das sowohl fasziniert als auch polarisiert.

Der Umbau war alles andere als einfach. Der Porsche benötigte eine komplette Restaurierung, bevor der Motor überhaupt Einzug halten konnte. Das bedeutet: das Fahrzeug wurde komplett zerlegt, das Chassis saniert und sogar die Dachplatte aus Fiberglas ersetzt, um Gewicht zu sparen. Ein besonders kniffliger Aspekt war die Verkabelung. Ein komplett neues System musste entworfen und installiert werden, um Motor, Zündung und Steuergerät zuverlässig mit Strom zu versorgen.

Das Interieur ist bewusst minimalistisch gehalten, konzentriert sich auf das Wesentliche. Der verbauten Getriebe stammt nicht direkt von Ferrari, sondern aus einem Porsche 996. Die Drosselklappen wurden von einem BMW M3 E90 übernommen und mit 3D-gedruckten Ansaugstücken ergänzt. Um den Motor unterzubringen, musste die gesamte Hinterradaufhängung demontiert und gegen ein modernes Coilover-System ausgetauscht werden. Da der originale Porsche-Motor luftgekühlt war, während der Ferrari-Motor wassergekühlt wird, musste ein zusätzlicher Kühler und Lüfter verbaut werden – was wiederum den Platz für den Tank einschränkte und dessen Positionierung veränderte.

Optisch überzeugt der Porrari mit verbreiterten Kotflügeln aus Stahlblech und spektakulären RAYS VRX-10 Felgen in den Dimensionen 235/40 R17 und 255/40 R17, hinter denen sich leistungsstarke Brembo-Bremsen verbergen. Ein Überrollkäfig sorgt für zusätzliche Sicherheit. Der Wagen ist zwar nicht für den Straßenverkehr zugelassen, sondern primär für Drift-Wettkämpfe konzipiert.

Seine Feuertaufe feiert der Porrari dieses Wochenende beim Stafford Motor Speedway in Connecticut. Jimmy Oakes hat mit diesem Projekt bewiesen, dass die Grenzen der Automobiltechnik verschwimmen, wenn Leidenschaft und Ingenieurskunst sich vereinen. Es ist ein Statement für die Kreativität und den Enthusiasmus, der die Automobilkultur am Leben erhält – ein Statement, das selbst Puristen ins Nachdenken geraten lässt.