Neue formel-1-regeln sorgen für überhol-sorgen – ist das rennen vorbei, bevor es anfängt?

Sorge um überholmanöver in der formel 1

Immer mehr Formel-1-Fahrer äußern Bedenken hinsichtlich der neuen Regularien für die Saison2026. Die umfassenden Änderungen an Motor, Chassis und Aerodynamik haben zu einer neuen Generation von Rennwagen geführt, die bereits in Barcelona und Bahrain getestet wurde. Im Kern der neuen Vorschriften steht das Ziel, Fahrzeuge zu schaffen, die zu 50 Prozent von einem Verbrennungsmotor und zu 50 Prozent von einem Elektromotor angetrieben werden. Dies soll Hersteller wie Audi in die Sportart locken.

Verstappens kritik: „anti-racing“

Verstappens kritik: „anti-racing“

Die erhöhte Elektrifizierung, von zuvor 20 Prozent, hat bereits Kritik von Vierfach-Weltmeister Max Verstappen hervorgerufen, der die neue Formel als „Anti-Racing“ und „Formel E im Steroid“ bezeichnete. Verstappen bemängelte, dass die Fahrer nun mehr Energie managen müssen, anstatt Vollgas fahren zu können. Die neuen Regeln sollen die Attraktivität steigern und das Fahrerlebnis verändern, doch die ersten Tests werfen Fragen auf.

Leclerc: überholen ist extrem schwierig

Leclerc: überholen ist extrem schwierig

Auch Charles Leclerc ergänzte, dass der neue Überholmodus, der das etablierte Drag Reduction System (DRS) durch einen elektrischen Boost ersetzt, aufgrund der Begrenzungen der neuen Motoren ebenfalls leidet. „Im Moment ist es extrem schwierig, überhaupt Überholmanöver durchzuführen“, so Leclerc. „Es könnte sich mit der Zeit verbessern, aber das Überholen hat einen hohen Preis, der höher ist als in der Vergangenheit. Es ist schwer, nach einem Überholmanöver davonzuziehen, wie es letztes Jahr mit dem DRS der Fall war.“

Der neue überholmodus im detail

Anstelle des DRS erlaubt das neue System einem Fahrzeug innerhalb einer Sekunde zum Vordermann, bei hoher Geschwindigkeit auf mehr elektrische Leistung zuzugreifen, während die Fähigkeit des führenden Fahrzeugs, seine elektrische Leistung einzusetzen, abnimmt. Dieser sogenannte „Überholen“-Modus soll dem nachfolgenden Auto eine höhere Endgeschwindigkeit geben, um das Überholen in der Bremszone zu erleichtern. Leclerc kritisiert jedoch, dass dies zu einem schnellen Batterieverbrauch führt und den Fahrer zu einem leichten Ziel macht.

Mclaren und stella fordern anpassungen

Auch McLaren-Teamchef Andrea Stella sieht das Problem. Er glaubt, dass „einfache“ Anpassungen der Regeln – wie die Reduzierung der maximalen elektrischen Leistung von 350 kW auf 200 kW – den Überholmodus effektiver machen würden. „Unsere Fahrer haben während der Tests in Bahrain mit anderen Fahrern Rennen simuliert und es war extrem schwierig zu überholen. Wir sollten als F1-Community prüfen, was getan werden kann, um sicherzustellen, dass Überholmanöver machbar bleiben. Sonst verlieren wir eines der grundlegenden Elemente des Rennsports.“

Piastri und russell erwarten unterschiedliche streckenbedingungen

Oscar Piastri von McLaren bestätigte die Bedenken seines Teamchefs: „Das Überholen wird sich definitiv ändern. DRS war ein klarer Vorteil, während man jetzt mit dem Energie-Boost Energie gewinnen und dann einsetzen muss. Es gibt noch Optimierungspotenzial von den Herstellern, aber aerodynamisch ist das Überholen ähnlich wie im letzten Jahr.“ George Russell von Mercedes erwartet, dass die Effektivität des Überholmodus von Strecke zu Strecke variieren wird. „Auf Strecken wie Barcelona, mit nur einer Geraden, wird die Energie reichlich vorhanden sein. Auf Strecken wie Saudi-Arabien oder Silverstone mit mehreren Geraden hintereinander müssen wir unsere Strategie anpassen.“

Tabelle: vergleich drs vs. überholmodus

FunktionDRS (Vor 2026)Überholmodus (Ab 2026)
AktivierungDurch Detektor und Abstand zum VordermannInnerhalb einer Sekunde zum Vordermann
EffektVeränderung des Heckflügels für geringeren LuftwiderstandZusätzliche elektrische Leistung
NachteileKeineBatterieverbrauch, potentielles Wiederüberholtwerden