Ford plantzt zukunft in salzburg: neue modelle, chinesische kooperationen und die rückkehr der klassiker?
Salzburg – Ein Lächeln und eine Menge Schweigen: Jim Baumbick, Präsident von Ford Europa, tanzte am Rande des „Ready-Set-Ford“-Events auf dem Salzburgring um die Zukunft des Konzerns. Während die Ankündigung von fünf neuen Modellen bis 2029 für Aufsehen sorgte, wich er direkten Fragen zum Comeback legendärer Namen wie Fiesta und Focus gekonnt aus. Doch hinter dem Lächeln verbirgt sich ein ernstzunehmendes Problem: Ford muss in Europa wieder punkten.
Die zahlen lügen nicht: ein zarter aufwärtstrend
Die Verkaufszahlen von 2025 – 426.459 Neuwagen – zeigen einen minimalen Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Lichtblick, aber im Vergleich zum Minus von 17 Prozent im Jahr zuvor nur ein schwacher Trost. Ford steht unter Druck, und die neue Strategie, die in Salzburg vorgestellt wurde, soll genau das ändern: die Herausforderung durch die chinesischen Hersteller annehmen und gleichzeitig die europäische Basis stabilisieren.

Fünf neue modelle: ein breites spektrum für den markt
Die fünf neuen Modelle, die zwischen 400 und 460 Zentimetern Länge messen, sollen das Segment A, B und C abdecken – von Kleinwagen bis hin zu klassischen Mittelklassefahrzeugen. Die erste Konkretisierung dieser Strategie ist die Zusammenarbeit mit Renault, die zwei Modelle auf der französischen Plattform, die bereits von Renault 5, 4 und Twingo genutzt wird, hervorbringen wird. Dabei verspricht Baumbick „typische Ford-Fahreigenschaften“.
Geely im visier: eine industrielle allianz in sicht?
Doch das eigentliche Gesprächsthema ist die mögliche industrielle Allianz mit dem chinesischen Automobilkonzern Geely. Baumbick wich auch hier aus, bestätigte aber indirekt die Verhandlungen über die Übernahme eines Bereichs des Werks in Almussafes bei Valencia. Geely könnte dort die E2, eine chinesische Citycar, produzieren – zunächst als Elektroauto, später auch als Hybrid. Die Frage ist: Wird Geely auch an der Entwicklung der beiden geplanten Crossover-Modelle beteiligt sein?

Hybride zukunft und die rückkehr der klassiker
Die neuen Modelle sollen „Multi-Energy“ sein, also sowohl als Elektroautos als auch mit Hybridantrieb erhältlich sein. Eine Range-Extender-Lösung von Horse, einem Geely-Tochterunternehmen, könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Und was ist mit den Klassikern? Baumbick ließ durchblicken, dass Fiesta und Focus nicht für immer verschwunden sind. „Wir schließen nicht aus, sie mit einem Hybrid-Benzinmotor wiederzubeleben.“

Baby bronco: der amerikanische charme kommt nach europa
Den Abschluss der Ankündigungen bildet der Baby Bronco, ein kompakter SUV, der sich an das Design des größeren Bronco orientiert. Er soll 2028 in Valencia produziert werden, direkt neben dem Bereich, den Geely nutzen wird. Eine reine Koincidence? Wohl kaum. Ford hat sich dazu geäußert, dass es sich um eine „Zufälligkeit“ handeln könnte, doch die Nähe der Produktionsstätten lässt andere Schlüsse zu.
Die Zukunft von Ford in Europa ist also voller Versprechen und Ungewissheiten. Die neuen Modelle, die Kooperationen und die mögliche Allianz mit Geely könnten den entscheidenden Wendepunkt darstellen. Doch eines ist klar: Ford will zurück in die Erfolgsspur und setzt dabei auf eine Mischung aus Innovation, Tradition und strategischen Partnerschaften.
