Audi stürzt mcnish ins f1-chaos: racing director mit sofort-befehl

Allan McNish muss sofort liefern. Der Schotte übernimmt ab Miami die Renzen beim Audi F1-Team – und damit die Verantwortung für eine Truppe, die noch keine einzige Runde mit ihrem 2025er Auto gedreht hat.

Die lücke nach wheatley wird mit le-mans-legende gestopft

Jonathan Wheatleys überraschender Abgang zur Sauber/-Audi-Übernahme hinterließ ein Vakuum. Mattia Binotto, CEO und Teamboss, sitzt in Neuburg an der Donau zwischen Motoren-Dynos und Windkanal – zu weit weg vom Asphalt. Deshalb rückt McNish vor, der seit Projektbeginn die Fahrerentwicklung lenkte. Ab dem Grand Prix von Florida meldet er direkt an Binotto und koordiniert Boxenstopp, Strategie, Engineering und Media an der Strecke.

Der 54-Jährige kennt das Geschäft. Dreimaliger Le-Mans-Sieger, Ex-Toyota- und Renault-Pilot in der Formel 1, später Teamchef in der Formel E. Doch dieses Mal zählt kein historisches Siegerpodest, sondern einzig die Uhrzeit auf dem nächsten Zeitblatt. „Mein Ziel ist klar: jede Sekunde muss stimmen, jede Schraube sitzt perfekt“, sagt McNish. Kein Pathos, nur Zahlen.

Ein schotte zwischen zwei welten

Ein schotte zwischen zwei welten

Die Aufgabe ist heikel. Audi liefert 2026 den Antrieb, doch schon 2025 will man mit rebrandeden Sauber-C37ern Erfahrung sammeln. McNish muss eine Crew führen, die halb Hinwil, halb Ingolstadt ist, während die Konkurrenten schon an der nächsten Aeroupdate-Generation bauen. Dazu kommt der Medienrummel: Sponsoren erwarten Durchsetzungskraft, Partner wollen Stories. Der neue Racing Director wird also auch PR-Chef, Krisenmanager und Motivator in einem.

Binotto beschwört die eigene Ferrari-Vergangenheit, um die Entscheidung zu untermauern: „Allan vereint Rennsport-Intuition mit technischem Tiefgang. Genau das brauchen wir, wenn die Lichter in der Fabrik nachts noch brennen.“ Die Botschaft: Keine Experimente, nur erprobte Härte.

Die Stoppuhr tickt. In zwei Wochen rollt das Feld in Miami über die Startaufstellung. Dann zeigt sich, ob McNish’ Le-Mans-Nerv auch auf 305 km/h Durchschnitt reicht. Ein Detail wird er nie aus den Augen lassen: In der Formel 1 zählt nicht das Jahrhundertrennen, sondern das nächste. Und das beginnt in Florida um 21 Uhr Ortszeit – pünktlich zur Primetime.