Audi: binotto nennt die achillesferse im formel-1-projekt

Ingolstadt – Der Audi-Einstieg in die Formel 1 läuft solider als erwartet, doch die Erfolgsambitionen bleiben vorerst unerfüllt. Mattia Binotto, der als Projektleiter die Geschicke des neuen Teams lenkt, hat nun offen eingeräumt, wo die größten Defizite liegen. Es ist nicht das Chassis, sondern der Motor, der Audi derzeit vom großen Wurf abhält.

Die antriebseinheit als stolperstein

„Wir haben festgestellt, dass der größte Abstand zu den Top-Teams auf die Antriebseinheit zurückzuführen ist – das war nicht überraschend“, erklärte Binotto gegenüber Motorsport-Total.com. Die Entwicklung eines konkurrenzfähigen Motors stellt eine enorme Herausforderung dar, die das Team in den vergangenen Jahren nicht in vollem Umfang bewältigen konnte. Während Audi im Bereich Chassis bereits wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, fehlte es bei der Motorentwicklung schlichtweg an der nötigen Expertise.

Die Geschwindigkeit auf der Geraden ist im Moment nicht unsere Stärke“, betonte Binotto. Das Problem sei nicht nur die reine Leistung, sondern auch die Art und Weise, wie die Energie eingesetzt wird. „Wenn man seine Energie verbraucht und dadurch die Batterien leert, ist man extrem anfällig dafür, überholt zu werden“, ergänzte der ehemalige Ferrari-Teamchef.

Die Erkenntnis traf auch Nico Hülkenberg im Rennen hart. „Sehr unglücklich, dass wir so wenig Power auf der Gerade hatten. Da müssen wir noch ansetzen“, äußerte sich der Deutsche kurz nach dem Rennen in Bahrain.

Geduld ist gefragt – und ein plan

Geduld ist gefragt – und ein plan

Binotto mahnte dennoch zur Geduld. „Wir können jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen“, so der Italiener. „Es gibt ein Thema mit der Energie und auch mit der Art und Weise, wie wir sie einsetzen.“ Das Team arbeitet intensiv an der Auswertung der Daten, um die Schwächen zu identifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Eine sofortige Lösung ist jedoch nicht in Sicht.

„Wir haben einen Plan, um den Rückstand aufzuholen“, kündigte Binotto an. „Aber die Motorenentwicklung, insbesondere bei manchen Konzepten, kann länger dauern. Es ist kein Zufall, dass wir uns 2030 als Ziel gesetzt haben.“ Audi kann keine Wunder vollbringen, betonte der Projektleiter, der aktuell in Doppelfunktion agiert. „Wir sind hier, um konkrete Pläne zu haben, um Probleme anzugehen und uns in Zukunft zu verbessern. Und ich denke, auch das ist möglich.“

Die Ambitionen von Audi sind klar: Um 2030 um den Weltmeistertitel zu kämpfen. Bis dahin liegt jedoch noch viel Arbeit vor dem Team. Der Fokus liegt nun auf der Optimierung der Antriebseinheit – ein Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Doch eines ist sicher: Audi hat sich das Ziel Formel 1 gesetzt und wird alles daran setzen, es zu erreichen.