Atlético-kapitäne im ausverkauf: kokes letzte saison, oblaks gehaltsschock, giménez auf der abschussliste
Vier Armbinden, ein Klima der Ungewissheit. Im Atlético-Madrid-Kabinentempel schwirrt nicht nur der Ball, sondern auch die Frage, wer nach dem Sommer noch die Kapitänsbinde trägt. Antoine Griezmann ist länger nur noch Statthalter: Sein Abflug nach Orlando steht seit dem Gehalts-Splitting-Vertrag von 2026 fest. Doch hinter ihm droht ein Exodus der Mythen.
Koke darf wählen, oblak darf zahlen
Koke Resurrección, 33 Jahre, 625 Pflichtspiele, One-Club-Man mit Optionsklausel auf Knopfdruck. Sein Vertrag endet am 30. Juni, Verlängerung nur auf sein Kommando. „Er hat sich das Recht verdient“, raunt es aus den Büros. Die Leistungskurve zeigt nach oben, die Knie halten, die Stimme im Kessel bleibt unverändert laut. Bleibt er, ist er Kapitän. Geht er, reißt es ein Stück Identität mit.
Jan Oblak kassiert jeden Monat 833.333 Euro netto – zehn Millionen Saisonlohn, seit Jahren ein Millstone im Etat. Noch zwei Jahre Restlaufzeit, noch kein einziges Angebot, das diese Zahl auch nur annähert. Der slowenische Torhüter gilt als bester der Welt, doch der Klub signalisiert: Wer zahlt, darf verhandeln. MLS? Saudi-Arabien? Oder ein letztes Abenteuer in der Premier League? Die Entscheidung fällt nach der Champions-League-Qualifikation – oder eben nicht.

Giménez zwischen bandage und abstempel
José María Giménez hat 2028 unterschrieben, aber das Papier zählt weniger als seine Knöchel. Drei Muskelfaserrisse in acht Monaten, Pubill hat ihn links hinten abgelöst, die Patzer gegen Tottenham und Real Madrid halten sich in Twitter-Loops endlos. 380 Einsätze, zweimal Meister, aber der Kommandant wirkt plötzlich wie ein Auslaufmodell. Romero-Gerüchte heizen die Debatte an: Wenn Atlético 50 Millionen auftreibt, ist Giménez Handgeld.
Die Armbinden sind keine Symbole mehr, sie sind Verhandlungsmasse. Drei Lebensläufe, drei Preisschilder, drei Countdowns. Wer bleibt, schreibt weiter. Wer geht, reißt ein Kapitel heraus, das seit über zehn Jahren die Rojiblanca prägt. Die Saison kann noch jeden Dreh nehmen – nur die Richtung steht fest: raus aus der Komfortzone, hinein in die radikale Erneuerung.
