Atlético und barça liefern sich drei finals in 18 tagen

Madrid – Die Luft brennt. Am Samstag, 4. April, 21.00 Uhr, steigt im Riyadh Air Metropolitano das erste K.o.-Duell einer möglichen Trilogie, die über Titel, Prestige und die Machtverteilung in Spanien entscheiden wird. Atlético empfängt den FC Barcelona – und schon vor Anpfiff liegt ein Hauch von Endspiel über der Stadt.

Die Rechnung ist klar: Siegt Atlético, rückt Real Madrid auf einen Punkt heran, Barça würde die Tabellenführung aber vor dem Clásico behalten. Verliert die Simeone-Elf, flattert der Vorsprung der Katalanen auf vier Zähler, bevor Anfang Mai in der Bernabéu der finale Schlag ausgeteilt wird. Kein Szenario ist harmlos, kein Punkt verschenkbar.

Der pokal schwebt über dem rasen

Dabei ist La Liga erst der Auftakt. In zwei Wochen folgt das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League im Camp Nou, wo Atlético nach dem 0:1 aus dem Wanda Metropolitano alles auf eine Karte setzen muss. Und zwischen den Duellen lauert noch das Finale der Copa del Rey – ein Wettbewerb, den Barça für das Double braucht und den Atlético als Salve gegen die ewige Großstadt-Dominanz feuert.

Die Bilanz dieser Saison spricht für die Rojiblancos: Im Achtelfinale der Copa setzten sie den Blaugrana mit 4:3 nach Hin- und Rückspiel außer Gefecht. Die beiden Heimniederlagen der Madrilenen – gegen Betis und Bodo/Glimt – erinnern indes daran, dass ihre Festung nicht unzerbrechlich ist. Zuletzt gewannen sie vor eigenem Publikum gegen Barcelona in der Liga am 8. Spieltag 2021/22, damals trafen Lemar und Suárez. Seitdem: vier Jahre, drei Spiele, null Siege.

Hansi Flick reist mit dem Traum vom Double, weiß aber, dass sein Kader nach drei englischen Wochen in der Knochenmühle steht. „Wir müssen in Madrid gewinnen, sonst wird die Liga heißer als ein Brandherd“, sagte der Deutsche nach dem 3:0 gegen Elche. Seine Rotationspläne dürften an diesem Samstag dennoch auf Eis liegen: Lewandowski, Pedri und ein gelbgesperrter Gündogan kehren zurück, die Maschine soll auf Höchsttouren laufen.

Ein stadion, das bebt wie selten zuvor

Ein stadion, das bebt wie selten zuvor

Die 68.000 Plätze des Metropolitano sind restlos vergriffen, auf dem Sekundärmarkt klettern Preise für Tribünenkarten über 400 Euro. Die Fans wissen: Wer hier am Samstag die Nase vorn behält, darf im Mai noch zwei Mal aufspielen – und vielleicht sogar feiern. Die Spieler spüren die Druckwelle. „Wir haben Barcelona dreimal hintereinander ausgeschaltet, das gibt Selbstvertrauen“, sagte José María Giménez. „Aber wenn wir nicht von der ersten Minute an brennen, brennen wir auf“, fügte der Uruguayer hinzu.

Die Statistik lügt nicht: Atlético kassierte in den letzten zehn Heimspielen nur sieben Gegentore, Barça erzielte in den letzten acht Auswärtsspielen 19 Treffer. Eine Mauer gegen einen Sturm – das alte Fußball-Klischee passt hier wie der Handschuh auf den Torwart. Entscheidend wird sein, wer die kleinen Räume besser besetzt, wer die zweiten Bälle gewinnt, wer den VAR nicht braucht.

Am Ende der 90 Minuten könnte eine Tabelle stehen, die Real Madrid jubeln lässt – oder eine, die Barças Anspruch auf die Krone untermauert. Aber selbst ein Unentschieden wäre kein Befreiungsschlag, sondern nur ein Atemholen vor dem Gefecht in Katalonien. Dreimal Barcelona in 18 Tagen, das ist keine Serie mehr, das ist ein Krieg in Etappen. Und der erste Schuss fällt am Samstagabend in Madrid. Schlaf ist für Nachrufe reserviert.