Atalanta zittert vor verona: de ketelaere soll den befreiungsschlag bringen

Die Atalanta hat seit einem Monn nicht mehr gewonnen, heute Abend gegen Hellas Verona droht die siebte Pflichtspiel-Pleite in Serie. Raffaele Palladino setzt dabei auf dieselbe Personalie, die vor einer Woche gegen den FC Bayern München für Aufsehen sorgte: Charles de Ketelaere rückt wieder in die Startformation.

Der belgier soll die krise beenden

Der 23-jährige Offensivspieler stand zuletzt am 22. Februar in der Serie A über 90 Minuten auf dem Platz, beim 2:1 gegen den SSC Neapel. Seitdem verletzt, seitdem wartet Bergamo auf den nächsten Dreier. De Ketelaere selbst wartet noch länger: Sein letztes Ligator datiert vom 10. Januar. Die Bilanz des Ex-Milan-Profis gegen Verona spricht aber für ihn: vier direkte Torbeteiligungen in den letzten beiden Aufeinandertreffen, dabei setzte es für die Scaligeri 1:6 und 0:5.

Die Erinnerung an den 6. Dezember 2024 brennt. An jenem Abend schoss der Hellas die Atalanta mit 3:0 aus dem Stadion, bevor die Gäste nur noch den Anschlusstreffer erzielten. Palladino hat das Video mehrfach analysiert, die Lücken in der Rückwärtsbewegung aufgezeigt, die fehlende Aggressivität in den Zweikämpfen. „Wir müssen das Spiel von damals vergessen und gleichzeitig daran denken“, sagte er gestern auf der Pressekonferenz – ein Satz, der seine Spieler verrückt klingen lässt, aber genau das ist gemeint: Vergessen, um neu anzugreifen; erinnern, um sich zu ärgern.

Scamacca fällt aus, raspadori rückt nach

Scamacca fällt aus, raspadori rückt nach

Ohne Gianluca Scamacca, dessen Kreuzbandriss ihn für den Rest der Saison ausknockt, wird Giacomo Raspadori zur Notlösung und vielleicht zum Joker. Der Italiener durfte in der Allianz Arena zwölf Minuten mitwirken, heute soll er von Beginn an neben de Ketelaere und Nikola Krstovic laufen. Die Dreierkette kommt, Nicola Zalewski rückt als linker Flügelspieler. Mit nur einem Ausfall – Berat Djimsiti fehlt wegen Adduktorenproblemen – hat Palladino erstmals in dieser Spielzeit fast den kompletten Kader zur Verfügung.

Die Tabelle lügt nicht: Platz sieben, drei Punkte hinter der Roma, fünf vor Bologna. Ein Sieg gegen Verona würde die Atalanta zumindest bis zum Lecce-Spiel in der Spur halten, vielleicht sogar wieder nach vorne schieben. Die nächsten vier Wochen entscheiden über Europa: nach Verona geht’s nach Lecce, dann empfangen die Bergamaschi Juventus und reisen zur Roma. Vier Spiele, ein Ziel: Viertplatzierter oder besser.

De Ketelaere selbst blickt schon weiter. Nach Verona fliegt er zum belgischen Nationalteam, testet gegen die USA und Mexiko, schielt auf den Weltgipfel 2026. Aber vorher muss er liefern. Nicht nur für die Tabelle, sondern für das eigene Selbstvertrauen. Die Kurve in der Gewalt seiner rechten Fußsohle – das weiß auch er.