Atalan bleibt: riegler zieht notbremse – aber der countdown läuft

Ein 1:1 gegen Altach rettet keine Saison, aber offenbar einen Trainer. Nach 72 Stunden Zögern zog WAC-Präsident Dietmar Riegler gestern die Notbremse und sicherte Ismail Atalan das letzte Liga-Lebenszeichen. Die Devise: Noch einmal durchatmen, dann aber ziehen.

Atalan hat zwölf spiele zeit – elf reichten nicht

Atalan hat zwölf spiele zeit – elf reichten nicht

Die Zahrelle lügen nicht: Unter Atalan holte der Wolfsberger AC aus zwölf Pflichtspielen einen einzigen Sieg, drei Remis, acht Niederlagen. Seit Jahresanfang steht die Statistik bei null Erfolgen, vier Punkte Vorsprung auf Blau-Weiß Linz. Für einen Klub, der sich Play-off-Fußball versprochen hatte, ist das ein Offenbarungseid. Riegler weiß das, schwurbelt aber um den heißen Brei: „Es geht nur gemeinsam.“ Gemeinsam absteigen ist offenbar auch eine Option.

Die Geste des Präsidenten kommt nicht aus Warmherzigkeit. Sie ist Management nach Österreich-Art: lieber ein Trainer auf Abruf als die Abfindungshaftung für zwei Coaches gleichzeitig. Denn der Zeitplan ist rasiermesserscharf. Nach der Länderspielpause geht’s nach Tirol, zum WSG-Showdown am 4. April im Tivoli. Dort wird Atalans Schicksal neu verhandelt – 90 Minuten, eine Bank, keine Nette.

Altach war kein Befreiungsschlag, nur ein Strohhalm. Die Elf zeigte Leidenschaft, ja, aber auch die alten Muster: Chancenverwurf, Unsicherheit in der Box, ein Elfmetertreffer als Retter in der Not. Atalan selbst redete sich auf Schiedsrichter-Pech und „hauchdünne Abseitsentscheidungen“ heraus. Die Fans pfeifen mittlerweile nicht mehr nur die Mannschaft, sondern auch die Ausreden.

Die nächsten Wochen werden die Wahrheit zeigen: Entweder der WAC findet in Tirol zurück in die Spur – oder Riegler schaltet den nächsten Turbo. Dann nämlich winkt nicht mehr das warme Gefühl der Familien-Metapher, sondern die kalte Logik der Tabelle. Und die lügt nie.