Aston-martin schluckt japan: alonso quälte sich ans ziel, stroll blieb liegen
Die Boxenmauer in Suzuka atmete. Kein Jubel, nur erleichtertes Stöhnen. Fernando Alonso schob die AMR24 über die Ziellinie – ein einziger, kostbarer Checkpunkt für Aston Martin, nachdem man vor zwei Wochen in China noch froh war, sechs saubere Runden zu drehen.
Sechs runden hieß everest, 53 runden heißt luftschloss
Mike Krack sprach es aus, was alle dachten: „Wir haben mit einem Auto das Minimalziel erreicht – das ist kein Grund für Champagner, aber für ein kleines, sehr kleines High-Five.“ Denn die Rechnung ist gnadenhaft: Wer in Melbourne noch davon träumte, mit beiden Autos ins Ziel zu kommen, durfte in Japan einen halben Erfolg verbuchen. Strolls Boliden erlahmte nach 22 Runden mit einem Energiespeicher-Problem, das jederzeit hätte aufflammen können.
Die Mechaniker hatten zwischen den Sessions diesmal keine nächtlichen Rettungsaktionen. Normalität – ein Luxus, der in der Formel 1 selten so teuer ist. Krack: „In Barcelona standen wir Ende Januar, seitdem haben wir kaum Kilometer gesammelt. Jetzt endlich ein Rennen zu beenden, sollte Standard sein, wird aber zur Heldentat.“

Vibrationen bleiben, neue teile bleiben in der box
Was bleibt, ist das Zittern. Alonso musste das Lenkrad wieder loslassen, um die Hände zu schonen. Eine angepeilte Gegenmaßnahme half im Training, doch das Rennen riss die altbekannten Schmerzen wieder auf. „Wir haben vielversprechende Komponenten getestet, sie waren aber zu frisch, um das Risiko einzugehen“, sagt Krack. Bis Miami soll die Handbremse weg sein – sonst wird aus dem Luftschloss wieder der Everest.
Lawrence Stroll und Honda-Mann Koji Watanabe standen vor dem Start an der Boxengasse, schüttelten sich die Hand – kein Friedensschluss, sondern Dank. „Wir sind Partner, wir haben uns nicht zu versöhnen“, betonte Krack. Respekt, nicht Ruhm, ist das neue Ziel.
Die nächste Hürde: Geschwindigkeit. „Wenn die Zuverlässigkeit stimmt, fragt jeder nach Performance. Und da fehlen uns große, keine kleinen Schritte“, warnt Krack. Die Ingenieure haben drei Wochen, um aus dem halben Erfolg einen echten Fortschritt zu schneiden. Sonst bleibt Suzuja nur ein trügerischer Atemzug auf toter Höhe.
