Aston martin stapelt pleiten in suzuka: alonso verzweifelt, stroll flucht

Die Ampel steht auf Schwarz für Aston Martin. Suzuka, einst als Wendepunkt angekündigt, wird zur nächsten Demütigung. Die Vibrations-Hölle frisst Reifen, Akkus und Nerven – und lässt Fernando Alonso und Lance Stroll um jede Runde beten.

Honda versprach befreiung – lieferte neue kette

»Wir wollen vor Suzuka konkurrenzfähig sein«, hatte Ikuo Takeishi nach dem Saisonauftakt in Melbourne noch getönt. Drei Rennen später klingt das wie Hohn. Die Vibrationsprobleme der Honda-Hybrid-Einheit sind nicht kleiner geworden, sie haben sich multipliziert. In Shanghai schüttelte sich Alonso nach 33 Runden so heftig, dass er mit tauben Händen und Füßen aufgab. Die Boxenfunk-Aufnahme von Stroll, erst Tage später veröffentlicht, ist ein einziges Flucht-Manifest: »Das ist das beschissenste Auto, das ich in meinem verdammten Leben gefahren bin.«

Die Zahlen sind gnadenlos. AMR26 liegt im Mittelfeld der Power-Ranking-Listen hinter Williams und haarscharf vor Cadillac. Die Batterie hält keine drei Rennläufe, das Energy-Management versagt auf Suzukas Vollgas-Seiten. Shintaro Orihara, Technikchef bei Honda, räumt ein: »Wir müssen die Ursache der Vibrationen finden, bevor wir über Leistung sprechen können.« Die Trennung zwischen Reliability und Performance ist in der Formel 1 das Schlimmste, was einem Ingenieur passieren kann – man kann nicht einfach mehr Boost pumpen, wenn das Fundament wackelt.

53 Runden, 300 kilometer, ein einziges ziel: ans ziel kommen

53 Runden, 300 kilometer, ein einziges ziel: ans ziel kommen

Für Suzuka heißt die Devise nicht mehr Punktejagd, sondern Überlebensmodus. Die Strecke gilt als Highspeed-Prüfstand für E-Maschinen und Akkus. Wer hier Vibrationsprobleme mitbringt, zahlt doppelt: langsamer auf den Geraden, später auf den Bremsen. Aston Martin hat in dieser Saison erst zwei WM-Punkte geholt – beide durch Glück, nicht durch Speed. Ein Finish in den Punkten wäre in Japan ein kleines Wunder.

Die Mechaniker arbeiten in drei-Schicht-Betrieb, doch sie können nur Symptome lindern. Das Torsionsdämpfer-Kit kommt zu spät, die Software-Updates sind Pflaster auf einem offenen Bruch. Teamchef Mike Krack schickt seine Piloten mit dem Auftrag auf die Strecke, das Rennen zu Ende zu bringen – mehr nicht. Denn wer in Suzuka ausschaltet, droht im Championship-Kampf auf den letzten Platz zu landen.

Hinter den Garagen schwirren andere Geschichten durchs Fahrerlager: Gerüchte über den anstehenden Wechsel von Jonathan Wheatley, Red Bulls langjährigem Sportchef, zu Aston Martin. Doch selbst ein Transfer-Gauckler wird die Vibrationsprobleme nicht aus der Welt schaffen. Suzuka wird wieder ein Beweis dafür sein, dass in der Formel 1 keine Wunder existieren – nur harte Arbeit und manchmal bittere Erkenntnis. Für Aston Martin ist die Reise nach Japan kein Saisonknackpunkt, sondern ein weiterer Akt in ihrer Odysee durchs technische Niemandsland.