Aston martin: formel-1-desaster droht – alonso blickt nach vorne
Silverstone – Die Luft nach dem fulminanten Neustart von Aston Martin unter Teamchef Mike Krack ist raus. Was als ehrgeiziges Projekt mit Fernando Alonso und dem vielversprechenden Chassis von Adrian Newey begann, gleicht aktuell einem Debakel. Die Daten sind alarmierend, die Konkurrenz zieht vorbei, und die Frage, ob Aston Martin die Saison noch retten kann, wird immer lauter.

Die schatten der vergangenheit: mclaren als mahnung
Die Formel 1 ist ein Spiel mit immensen Risiken. Millioneninvestitionen, modernste Technologie und der unerbittliche Wettbewerb führen regelmäßig zu gescheiterten Projekten. Denken wir an Toyota, das über 400 Millionen Euro pro Saison verbrannte, ohne einen einzigen Grand-Prix-Sieg zu feiern, oder an BMW, dessen ambitionierter Einzug unter dem Banner von Sauber im Jahr 2009 in einer Katastrophe endete. McLaren und Honda lieferten 2015 ein Lehrstück in Sachen Fehlentscheidungen, und nun scheint Aston Martin in eine ähnliche Falle zu tappen.
Fernando Alonso, der selbst die dunkelsten Kapitel dieser Geschichte miterlebt hat, blickt dennoch mit vorsichtiger Hoffnung in die Zukunft. "Wir haben McLaren gesehen, wie sie von hinten nach vorne marschierten. Vielleicht ist es zu optimistisch, aber es ist der Traum“, so der Spanier. Doch die Realität sieht düster aus. Aston Martin liegt derzeit in praktisch allen Belangen hinter den Erwartungen zurück, und die Erinnerungen an die McLaren-Honda-Ära sind noch frisch.
Die Zahlen lügen nicht: Ein Vergleich mit McLaren zeigt das Ausmaß der Krise. Während die McLaren-Boliden zwischen 2015 und 2017 zumindest in der Punkteränge kämpfen konnten, findet sich der AMR26 kaum im Mittelfeld. Die Differenz zum führenden Feld beträgt durchschnittlich 4,05 Sekunden pro Runde, während McLaren in keinem Rennen über drei Sekunden Rückstand aufwies. Auch die Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig: Nur 62,67 Prozent der Rennen wurden von Aston Martin abgeschlossen, verglichen mit fast 73 Prozent bei McLaren in ihrem schlimmsten Jahr 2016.
Die Probleme gehen jedoch über die reine Geschwindigkeit hinaus. In Japan war Alonso der einzige Fahrer im Aston Martin-Team, der die Zielflagge sah, und die Leistung war offensichtlich eingeschränkt. Die Zuverlässigkeit des Honda-Triebwerks ist ein weiteres Ärgernis, und die technischen Defizite sind offensichtlich. Der Druck auf das Team ist enorm.
Mike Krack räumte ein: "Wir müssen ehrlich sein, es liegt ein Teil der Verantwortung bei uns. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, und wir liegen nicht bei unserem Gewichtslimit. Das müssen wir lösen.“ Doch die Aufgabe ist gewaltig, und die Zeit drängt. Die Saison ist lang, aber Aston Martin muss schnell handeln, wenn das Team nicht den Abgrund der völligen Bedeutungslosigkeit anvisieren will.
Die Hoffnung ruht nun auf Updates und Verbesserungen, insbesondere am Chassis und der Aerodynamik. Ob es gelingt, das Ruder zu drehen, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Weg nach oben wird steinig und erfordert einen radikalen Umdenken.
