Aston martin: ein fehlstart mit ansage – honda-partnerschaft am scheideweg?
Die Formel 1 kennt keine Sentimentalität. Und Aston Martin erlebt sie gerade auf bittere Weise. Was als ambitioniertes Comeback unter der Ägide von Teamchef Mike Krack und dem brillanten Adrian Newey begann, gleicht aktuell einem Desaster. Die Zahlen lügen nicht: Nach wenigen Rennen steht Aston Martin am Tabellenende – ein Szenario, das selbst die größten Optimisten überrascht.
Die mclaren-analogie: ein vermeintlicher hoffnungsschimmer
Die Erinnerungen an McLaren und Honda sind noch frisch. Die Partnerschaft, die zwischen 2015 und 2017 für bittere Enttäuschungen sorgte, wird nun als Vergleichsmaßstab herangezogen. Doch Aston Martin scheint sogar noch tiefer in der Krise zu stecken. Während McLaren in jenen Jahren zumindest punktetrieb, kämpft Aston Martin mit massiven Problemen in allen Bereichen.
Die Differenz zum führenden Feld beträgt aktuell erschreckende 4,05 Sekunden pro Runde. Im Vergleich dazu ging McLaren in der gleichen Problematik zwischen 2015 und 2017 nie über drei Sekunden hinaus. Selbst die Qualifikationsergebnisse sind alarmierend: Aston Martin findet sich regelmäßig im hinteren Mittelfeld wieder, während McLaren damals noch um Positionen im Punkterange kämpfen konnte. Die Rennen enden oft vorzeitig, und selbst Fernando Alonso, ein Meister der Schadensbegrenzung, konnte in dieser Saison nur einmal die Zielflagge sehen – und das unter sehr erschwerten Bedingungen in Japan.
Die verfehlte Erwartung: Die Verpflichtung von Fernando Alonso war ein Coup, die Erwartungen an das Projekt waren hoch. Doch die Realität sieht anders aus. Die Kombination aus einem schwachen Motor und einem Chassis, das offensichtlich nicht die gewünschte Performance liefert, stellt den zweifachen Weltmeister vor eine enorme Herausforderung.

Honda unter druck: kann die einheit noch gerettet werden?
Die Honda-Einheit, einst Hoffnungsträger, offenbart nun gravierende Schwächen. Zuverlässigkeitsprobleme und ein Mangel an Leistung plagen das Team. Es wird gemunkelt, dass Honda kurz- und mittelfristig eingreifen muss, um den Abwärtstrend zu stoppen. Die Frage ist, ob es noch möglich ist, die Einheit grundlegend zu überarbeiten und Aston Martin zu helfen, aufzuholen.
Die Verantwortlichen bei Aston Martin sind sich der Lage bewusst. „Wir müssen ehrlich sein, der Chassis-Bereich hat unsere Schwächen. Da tragen wir unsere Schuld bei. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, wir sind nicht am Gewichtslimit. Wenn wir das lösen, sind wir einen Schritt näher“, so Mike Krack, Teamchef von Aston Martin. Doch die Probleme sind vielfältig und erfordern eine umfassende Lösung.
Die Saison ist noch lang, und es gab schon überraschende Wendungen in der Formel 1. McLaren zeigte 2023, wie ein Team innerhalb kürzester Zeit einen kompletten Umschwung erleben kann. Doch angesichts der aktuellen Situation bei Aston Martin ist solch ein Szenario eher unwahrscheinlich. Die Zeit drängt, und Aston Martin muss schnell handeln, wenn das Team nicht den Abgrund in den Blick bekommt.
Die Konzentration auf aerodynamische Updates und Gewichtsreduktion könnte ein erster Schritt sein. Doch letztendlich hängt der Erfolg von Aston Martin von der Leistungsfähigkeit des Honda-Motors und der Fähigkeit ab, die Schwächen des Chassis zu beheben. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Eine Sache ist jedoch klar: Die Partnerschaft zwischen Aston Martin und Honda steht am Scheideweg, und die kommenden Rennen werden entscheidend sein.
