Arsenal zittert sich zum glück: var verweigert west ham den last-minute-ausgleich

Der London Stadium bebte, Callum Wilson hatte schon gejubelt – dann kam der Killerblick auf den Monitor. Schiedsrichter Christopher Kavanagh zog die Entscheidung zurück, Pablo Fornals hatte Bernd Leno-Abbild David Raya am Hals gepackt. Arsenal gewinnt 1:0, liegt wieder fünf Punkte vor Manchester City und schickt West Ham auf dem direkten Weg in die Championship.

Der 95. minute, die keine war

Wilson hob den Ball ins Netz, die Uhr stand bei 94:58 – ein Treffer, der die Hammer vom Absturz in die zweite Liga hätte abhalten können. Kavanagh schritt zum Spielfeldrand, sah die Szene in Super-Slow und erkannte das krude Handgelenk des Brasilianers an Rayas Kehle. «Der Torhüter wird klar behindert», lautete das Urteil. Jubel erstarb, wurde zur kollektiven Ohnmacht. 62 500 erlebten, wie Technologie Leben rettet – diesmal für die Gunners.

Die Szene traf West Ham mitten im Mark. Die Mannschaft von Espírito Santo ist Tabellen-18., muss am Sonntag zusehen, wie Tottenham Leeds empfängt und die Lücke auf vier Zähler vor der Relegation vergrößern kann. Die erste Zweitliga-Abstieg seit 2011 rückt unweigerlich näher, im Sommer droht ein Feuerverkauf.

Trossard schlägt zu – und arteta atmet auf

Trossard schlägt zu – und arteta atmet auf

Der einzige Treffer des Tages fiel in der 83. Minute. Martin Ødegaard, frisch eingewechselt, schob links am Strafraum mustergültig in den Lauf von Leandro Trossard, der mit dem zweiten Kontakt flach ins lange Eck verwandelte. Es war der achte Saisontreffer des Belgiers – und womöglich der wertvollste der Ära Arteta.

Die ersten 20 Minuten gehörten nur Arsenal: Palenkopf von Trossard, zwei Großchancen für Riccardo Calafiori, ein Dauerbeschuss. Doch als Ben White in der 23. Minute mit einer Knöchelblessur auswich und Declan Rice kurzfristig als Not-Verteidiger aufrückte, verflüchtigte sich der Flow. West Ham wuchs, Chris Wood prüfte Raya mit einer Fallrückzieher-Kunststück. Zur Pause stand 0-0 – und die Gunners wirkten angeschlagen.

Arteta reagierte, brachte Ødegaard und Havertz, beorderte Rice zurück ins Zentrum. Die Wende war mühsam, aber sie kam. Nach dem Führungstreffer verwaltete Arsenal clever, ließ nur noch einen Schuss zu – jenen von Wilson, der nicht zählte.

Die titel-route liegt frei – mit stolpersteinen

Die titel-route liegt frei – mit stolpersteinen

Mit 80 Punkten und zwei Spielen Restprogramm gegen Burnley sowie Crystal Palace haben die Gunners die Meisterschaft selbst in der Hand. City hat zwar eine Partie weniger, muss aber am 14. Mai zuschauen, wie der Rivale Punkte sammelt. Die 0-Punkte-Woche der Citizens gegen Brighton und Tottenham war Arsenals Glückssträhne.

Doch Arteta warnte sofort: «Wir dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben, die Spannung ist brutal hoch.» Der Coach weiß, dass seine Mannschaft nach Whites Ausfall an Tiefe verliert. Calafiori beispielsweise musste für Mosquera weichen, obwohl er bis dahin souverän agierte. Solche Zwangsumstellungen könnten das Zittern noch größer machen.

West ham steht mit dem rücken zur wand

Die Statistik ist erbarmungslos: Seit zwölf Spielen wartet der Klub auf einen Sieg, holte nur vier Punkte aus den letzten 36 möglichen. Die elf Punkte Rückstand auf Platz 15 sind zwar theoretisch aufholbar, doch die Moral ist im Keller. «Wir brauchen ein Wunder», sagte Kapitän Jarrod Bowen, während Fans vor dem Stadion Tränen vergossen. Das Londoner Olympiastadion könnte nächste Saison Championship-Spiele sehen – ein Schock für einen Verein, der 2023 noch Conference-League-Sieger war.

Die Sommerplanungen sind bereits auf Sparflamme. Lucas Paquetá, Mohammed Kudus und Edson Álvarez ziehen die Aufmerksamkeit reicher Klubs an. Verkäufe sind programmiert, um die Gehaltsmasse zu reduzieren. Für Manager Tim Steidten beginnt ein Mammutprojekt.

Arsenal reist mit dem Selbstvertrauen eines möglichen Meisters, West Ham mit dem Schatten eines möglichen Absteigers. Die Saison endet am 24. Mai – für die einen mit dem ersten Titel seit 22 Jahren, für die anderen vielleicht mit dem Absturz in die zweite Liga. Das VAR-Bild vom grünen Tor entscheidet mit über zwei Schicksale. Keine Technologie war je so menschlich.