Arsenal: der traum vom titel zerplatzt – was nun?
Die Hoffnung auf das Ende einer 2.000 Tage andauernden Titelflucht war so greifbar wie selten zuvor. Doch im Carabao Cup-Finale gegen Manchester City ist der FC Arsenal erneut am Scheitern gescheitert. Ein herber Schlag, der die Gunners in eine tiefe Krise stürzen könnte – und die Frage aufwirft, ob Mikel Artetas Projekt am Scheideweg steht.
Die last der vergangenheit
Die Niederlage gegen Manchester City wirkte wie der finale Nagel im Sarg einer enttäuschenden Saison. Viel mehr als der Pokal ging dem Arsenal jedoch die Zuversicht verloren. Schon das frühe Aus im FA Cup gegen Southampton, kurz nach der Länderspielpause, hatte Risse in der vermeintlich stabilen Fassade offenbart. Arteta warnte bereits damals: „Es ist wie ein Gift im Magen. Man muss es loswerden, daraus lernen und den inneren Zündfunken bewahren.“ Doch offenbar konnte die Mannschaft die bittere Erkenntnis nicht verinnerlichen.

Personelle engpässe und taktische fragwürdigkeiten
Die Absenzen von Schlüsselspielern wie Raya, Timber, Saliba, Hincapié, Zubimendi, Rice und Saka schmerzten zweifellos. Doch die Rotationsmaschine des Arsenal, die normalerweise eine schier unerschöpfliche Tiefe versprach, setzte sich hier an die Grenzen. Die Aufstellung wirkte verunsichert, die Abstimmung ließ zu wünschen übrig. Es ist ein Fakt: die Defensive des Arsenal hat sich verändert. Während man zu Beginn der Saison kaum Gegentreffer zuließ, steht die Abwehr nun regelmäßig unter Beschuss.

Die offensive versagt
Das Problem ist offensichtlich:Nachdem die Abwehr anfälliger geworden ist, fehlt es der Offensive an Durchschlagskraft. In 23 Spielen im Jahr 2026 kassierte das Team bereits 21 Gegentreffer, wohingegen es in der ersten Saisonhälfte nur 13 Gegentore hinnehmen musste. Die einst so gefürchtete Angriffsmaschine des Arsenal wirkt nun kraftlos und ideenlos. Die wenigen hochkarätigen Chancen, die sich boten, wurden vergeben – ein weiteres Zeichen der Nervosität und des fehlenden Selbstvertrauens.
Die nächste hürde: sporting lissabon
Das nächste Auswärtsspiel gegen Sporting Lissabon im Champions League-Viertelfinale wird für Arsenal zur echten Standortbestimmung. Im Hinspiel der letzten Saison setzte es eine deutliche 5:3-Niederlage. Im Rückspiel schaltete Sporting die Gunners im Europa League-Achtelfinale aus. Arteta steht vor der Aufgabe, seine Mannschaft mental wieder aufzubauen und die Fehler aus den vergangenen Spielen zu korrigieren. Das Duell gegen Bournemouth und das Rückspiel gegen Manchester City im Titelrennen werden ebenfalls entscheidend sein.
Arteta nimmt die verantwortung
Nach dem Spiel gegen Southampton betonte Arteta seine Solidarität mit dem Team: „Ich werde sie mehr denn je verteidigen. Wenn jemand Verantwortung übernehmen muss, bin ich es.“ Ein starkes Signal, das zeigt, dass der Coach nicht bereit ist, die Segel fallen zu lassen. Aber die Zeit drängt. Arsenal muss sich schnellstmöglich wiederfinden, um die ambitionierten Ziele der Saison zu erreichen.
Ein verpasster Titel, eine angeschlagene Mannschaft und die wachsende Konkurrenz – die Herausforderungen für Arsenal sind enorm. Die Wahrheit ist unbestreitbar: Es ist nicht nur eine Mini-Krise, sondern ein kritischer Moment, der die Zukunft des Vereins maßgeblich beeinflussen wird. Der nächste Schritt muss der Richtige sein, sonst droht der Absturz in eine noch tiefere Krise.
