Arbeloa zerstört guardiola und mourilla – mit sieben ausfällen

Manchester – Mit sieben verletzten Stars, einem 19-jährigen Eigengewächs am Sechser und einem Interimstrainer, der vor drei Monaten noch die U-21 coachte, hat Real Madrid Manchester City aus der Champions League gekickt. Das 3:0 im Etihad war kein Tippfehler, sondern ein Statement. Álvaro Arbeloa schreibt damit Geschichte: Er ist der erste Coach, der in einer Saison José Mourinho und Pep Guardiola in je zwei Duellen schlägt – und das ohne ein einziges Tor kassiert.

Valverde trifft dreimal, city schaut dreimal ins leere

Federico Valverde erledigte die Engländer mit einem Hattrick, der an Gareth Bale 2018 erinnert: Sprint, Schlenzer, Traumtor. Doch das eigentliche Kunststück lieferte Arbeloa ab. Ohne Bellingham, Mbappé, Rodrygo, Militao, Alaba – also ohne halbes First-Team – stellte er Citys Positionspiel mit einem 4-3-3 aus Sandkastenregeln bloß. Kein Gvardiol, kein Kovacic? Egal. Kein Benzema-Ersatz? Egal. Arbeloa ließ Thiago Pitarch als falsche Neun laufen, stellte Camavinga als liberter Hybrid-Sechser ein und zwang Guardiola, 75 Minuten lang umzustellen. Danach stand der Spanier mit zusammengebissenen Zähnen an der Seitenlinie – und applaudierte ironisch in die Haupttribüne.

Die Zahlen sind brutaler als jedes City-Possession-Diagramm: vier Siege in vier K.o.-Spielen, null Gegentor, 9:0-Tore gegen die beiden besten Taktik-Nerds Europas. Arbeloa selbst wischt das mit einem Satz beiseite: „Ich habe nur die Jungs gebeten, nicht zu glauben, sondern zu rennen.“

Wie ein castilla-coach die königsklasse übernahm

Wie ein castilla-coach die königsklasse übernahm

Der 43-Jährige übernahm den Job am 4. Januar, nachdem Xabi Alonso zu Leverkusen wechselte. Die erste Pressekonferenz war ein Fiasko: Copa-Aus gegen Albacete, Liga-Pleiten gegen Getafe und Osasuna, Minus vier auf Barça. Die Marca forderte den Rücktritt, bevor er überhaupt eine Niederlage kassiert hatte. Doch Arbeloa packte die Mumien-Trick-Bibel aus: Videoanalysen bis 3 Uhr, Sprintwettbewerbe mit 30-Meter-Gehschritt-Start, Strafraum-Debattieren statt Taktik-Tablet-Starre.

Der Kniff: Er ließ die Stars selbst Regeln erfinden. Modrić durfte die Ecke schlagen, Valverde durfte die Laufwege bestimmen. Das Ergebnis: City lief 94-mal in Abseits-Fallen, Mourinho kassierte in Rom ein 0:4, Guardiola sah beim 0:3 die rote Laterne. Arbeloa? Lächelte wie ein Adept, der gerade merkt, dass der Meister auch nur ein Mensch ist.

Die Königliche Presseabteilung schickte nach dem Abpfiff eine interne Mail: „Vertragsgespräche beginnen morgen.“ Florentino Pérez wird ihm wohl mehr als ein Interimsgehalt bieten müssen. Denn wer Guardiola und Mourinho in einem Atemzug schlägt, der bekommt in Madrid nicht nur ein Büro – der bekommt eine Statue. Und die steht am besten direkt neben der von Alfredo Di Stéfano. Dort, wo der Mythos beginnt und die Realität gerade neu geschrieben wurde.