Ángel pérez rettet alavés mit tor und assist – quique macht ihn zur bank

Er kam als Notnagel für den abgewanderten Carlos Vicente, nun trägt Ángel Pérez den Alavés nach Vigo zurück in die Realität der Primera División. Ein Tor, eine Vorlage, eine komplette Wende – und plötzlich redet ganz Spanien über den 22-jährigen Flügelsturm aus Zaragoza.

Der tag, an dem sich die zahlen rächten

Die Statistikabteilung von Mendizorroza hatte ihn zuletzt in jeder Kategorie kurz vor dem Abschuss: zu wenig Endprodukt, zu viele Ballverluste, keine Dribblings in der Gefahrenzone. Dann folgten 45 Minuten in Balaídos, die alte Excel-Tabellen in Makulatur verwandeln. Vor der Pause schlägt Pérez eine Flanke, die Toni Martínez nur noch berühren muss. Nach dem Seitenwechsel dreht Martínez das Spiel und bedient Pérez – sein erstes Tor in der Liga, sein erstes Mal, dass er beide Seiten einer Geschichte bestimmt.

Die Zahl, die bleibt: fünf Starts in Folge, drei Mal 90 Minuten voll. Für einen Spieler, der jeden Ball zweimal sprintet – einmal zum Gegner, einmal zurück – ist das keine Selbstverständlichkeit. „Er verliert sich nie in der Mittellinie“, sagt Quique nach dem Spiel. „Er verliert sich nur in den Zweikämpfen – und das ist gut so.“

Quiques system zieht den karren, pérez liefert das pferd

Quiques system zieht den karren, pérez liefert das pferd

Coudet hatte den Spanier schon in den letzten Partien vor seiner Entlassung aufgebaut, doch der neue Coach änderte die Geometrie. Aus dem klassischen Flügel wird ein überlappender Außenverteidiger, der sich in halbräumliche Lücken stürzt. Pérez braucht keine zweite Einladung. Seine Steh-auf-Mentalität passt perfekt in ein Team, das sich selbst als Underdog definiert. Die Geschwindigkeitskurve seiner Sprints zeigt keine Ermüdung, sondern eine lineare Eskalation – 34,2 km/h Höchstwert in der 88. Minute.

Die sportliche Leitung um Sergio Fernández hatte die Tür bereits Anfang Januar aufgestoßen, als klar war, dass Vicente vor dem Absprung stand. Die Scouts lieferten ein Dossier voller Adjektive: vertikal, ungestüm, eins gegen eins unangenehm. Was fehlte, war der Beweis in Zahlen. Den liefert Pérez nun selbst nach.

Die nächste prüfung folgt schon am sonntag

Die nächste prüfung folgt schon am sonntag

Gegen Real Sociedad muss er erneut über 90 Minuten liefern, sonst wird die euphorische Erzählung zur Fußnote. Doch wer ihn in Vigo gesehen hat, spürt: Diese Geschichte hat gerade erst angefangen. Die Alavés-Fans skandieren bereits seinen Namen – nicht wegen eines einzelnen Tores, sondern wegen der Art, wie er es erzielt hat. Ohne Bremsen, mit Nachschlag.

Wenn er so weitermacht, wird Carlos Vicente bald nur noch in Klubinternen Excel-Tabellen auftauchen. Ángel Pérez hat die neue Zielgruppe gefunden: die Leinwand. Und die verlangt kein Script, sondern Tempo. Den Rest erledigt der Zaragozano mit den Lungen eines Marathonläufers und den Nerven eines Lotteriegewinners.