Andrich knallt bvb gegen die wand – dortmund droht das champions-league-aus

Robert Andrich zog aus 25 Metern ab, Gregor Kobel sah nur den Ball einschlagen – und schon stand Borussia Dortmund wieder mit leeren Händen da. Die 0:1-Heimpleite gegen Bayer Leverkusen war die dritte Liga-Niederlage in Serie, wirft die Schwarz-Gelben auf Rang fünf zurück und lässt die Qualifikation für die Königsklasse plötzlich wackeln.

Schlotterbeck-debatte überschattet das spiel

Noch vor dem Anpfiff hatten die eigenen Fans Nico Schlotterbeck ausgepfiffen. Der Nationalspieler hatte wenige Stunden zuvor seinen Vertrag bis 2031 verlängert, doch eine mögliche Ausstiegsklausel für europäische Spitzenklubs sorgt für Unruhe. Ole Book, frisch als Sportdirektor im Amt, wollte sich auf Sky nicht festlegen – und lieferte damit Stoff für neue Spekulationen. Die Bild-Zeitung behauptet, Schlotterbeck könne bereits im Sommer gehen, nur nicht zu Bayern München.

Auf dem Platz lief es für den BVB zunächst nach Plan: viel Ballbesitz, ein Brandt-Schuss, den Loïc Badé auf der Linie klärte (18.). Doch die Leverkusener, bei denen Xabi Alonso erstmals in Dortmund auf der Bank saß, warteten geduldig auf den Fehler. Er kam in der 42. Minute: Kobel spielte einen Pass zu ungenau, Christian Kofane bedankte sich mit einem harmlosen Schuss – und aus dem Gegenstoß schlug Andrich zu. Sein Linksschuss aus der Distanz war unhaltbar, die Südtribüne verstummte.

Medizinischer notfall stoppt die atmosphäre

Medizinischer notfall stoppt die atmosphäre

Kurz nach Wiederanpfiff musste ein Fan im Oberrang reanimiert werden. Beide Fanlager stimmten sofort Schweigen und verzichteten bis zum Abpfiff auf Gesänge. Die Partie verlor an Tempo, wurde zu einem zähen Abtasten. Patrik Schick vergab die große Chance zum 2:0 (60.), auf der Gegenseite klatschte Serhou Guirassy den Ball gegen die Latte (83.). In der Nachspielzeit zog Brandt noch einmal knapp vorbei – mehr nicht.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Dreimal in Folge kassierte der BVC nun eine Niederlage, zum zweiten Mal in dieser Saison unterlag er Leverkusen. Die Punkteausbeute seit Jahresbeginn: magere 14 Zähler aus elf Spielen. Die Lücke zu den Champions-League-Rängen beträgt bereits fünf Punkte, die Rückkehr in die europäische Elite rückt in weite Ferne.

Trainer Edin Terzić wirkte nach dem Schlusspfiff wie gerädert. „Wir haben wieder viel Ballbesitz gehabt, aber keine Durchschlagskraft“, sagte er. „Wenn wir so weiterspielen, wird es eng mit der Champions League.“ Die nächste Gelegenheit zur Wende kommt bereits am Samstag in Bochum – ein Spiel, das plötzlich schon richtungsweisend ist.