Ancelotti setzt auf neymar: brasiliens wm-hoffnung ruht auf superstar

Ein Raunen ging durch die brasilianische Fußballwelt, als Carlo Ancelotti seinen vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft bekannt gab. Überraschung? Kaum. Erwartungsgemäß? Ja. Doch die Entscheidung, Neymar, nach zwei enttäuschenden Jahren in Saudi-Arabien erneut in den brasilianischen Kader zu berufen, wirft Fragen auf und befeuert die Debatte um die Form und die Rolle des Stars.

Die rückkehr des königs: neymar und seine wm-ambitionen

Die rückkehr des königs: neymar und seine wm-ambitionen

Neymar, mit 34 Jahren, soll nun seine vierte Weltmeisterschaft bestreiten. Ein Alter, in dem viele Spieler bereits längst ihre Schuhe an den Nagel hängen. Doch Ancelotti scheint fest davon überzeugt zu sein, dass der Superstar noch immer den Unterschied machen kann. „Er ist körperlich stärker geworden“, erklärte der italienische Coach, ein Statement, das angesichts von Neymars Leistungen in den letzten Monaten aufhorchen lässt. In zehn Spielen für den Santos, wo er mit der legendären Rückennummer 10 von Pelé spielt, erzielte er fünf Treffer – eine solide, aber keine herausragende Bilanz.

Die Entscheidung für Neymar geht einher mit der Ausbootung von Joao Pedro, einem 24-jährigen Stürmer, der in der Saison zuvor beim FC Chelsea mit 20 Toren glänzte. Ein harter Schlag für den jungen Angreifer, der auf seine Chance gehofft hatte. Doch Ancelotti scheint sich auf Erfahrung und das gewisse Etwas zu verlassen, anstatt auf reine Torjägerqualitäten. Eine Strategie, die an die Vergangenheit erinnert, an die Weltmeisterschaft 1982, als Pablito trotz weniger Treffer den Titel für Brasilien sicherstellte.

Die Frage, die nun brennt: Kann Neymar die Erwartungen erfüllen? Kann er die brasilianische Nationalmannschaft zum Titel führen? Oder wird er erneut zu einer Enttäuschung? Die Erinnerungen an frühere Weltmeisterschaften, in denen Neymar zwar brillierte, aber letztlich scheiterte, sind noch frisch. Doch Ancelotti scheint zu wissen, was er tut. Er hat in seiner Karriere gelernt, den Wert des Genies zu erkennen, auch wenn es manchmal unberechenbar ist. Wie einst Pirlo, Seedorf und Kaká beim AC Milan, könnte Neymar der Schlüssel zum brasilianischen Erfolg sein.

Die brasilianische Fußballfans fordern Ergebnisse, sie wollen Siege. Sie wollen „Joga Bonito“ sehen, den schönen Fußball, der das Land ausmacht. Und sie wollen einen Neymar, der nicht nur Tore schießt, sondern auch seine Mannschaft nach vorne bringt. Ob er dieser Aufgabe gewachsen ist, wird die Weltmeisterschaft zeigen. Doch eines ist sicher: Die Augen der Welt werden auf ihn gerichtet sein.

Die Entscheidung Ancelottis ist ein kalkuliertes Risiko, ein Spiel mit der Erwartungshaltung der Fans. Denn wie der Philosoph Giordano Bruno einst sagte: „Wo immer du hingehst, nimm die Religion des Ortes an.“ In Brasilien bedeutet das: Siegen, und zwar mit Stil.