Ana bucik jogan legt skispann an den nagel: sloweniens slalom-diva sagt leise servus
Ein weiterer Startpfosten fehlt am Hang: Mit Ana Bucik Jogan verlässt nach Ilka Stuhec die zweite slowenische Klassefrau den Weltcup – und das mit 32 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Form. Ihre Erklärung liest sich wie ein Liebesbrief an den Sport, den sie fortan nur noch als Zuschauerin erleben wird.
Instagram-post im minutentakt: „danke, dass ich meinen traum leben durfte“
Montag, 9.14 Uhr – da schlägt Bucik Jogans Herz vermutlich noch im 180-Takt. Sekunden später ist Schluss. „Nur ein kleines Mädchen mit riesigen Träumen“, beginnt sie ihren Rücktritt und erntet binnen zwei Stunden 40 000 Daumen. Die Botschaft dahinter: Ich gehe freiwillig, aber mit Kratzern unter der Haut.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 241 Weltcup-Einsätze, neun Top-Ten, zwei Podestplätze, eine Olympia-Teilnahme. Für Slalom-Spezialistinnen harte Kost. Doch die Note, die sie sich selbst gibt, fällt gnädig aus: „Ich durfte mich mit den Besten messen – und habe mich nie versteckt.“

Wer jetzt „rente“ ruft, kennt sie nicht
Die 32-Jährige mag das Wort „Ende“ nicht. Stattdessen spricht sie von einem „neuen Kapitel“. Ob es Trainerlizenz, Sportpsychologie oder ein Medizinstudium wird, behält sie vor. Sicher ist nur: Sie wird nicht zur sedierten Pisten-Legende verkommen. „Mit demselben Mut, der mich die Stangen umrissen hat, werde ich jetzt Türen eintreten“, schreibt sie und meint damit wörtlich die Türen des slowenischen Skiverbands – denn dort wartet bereits ein Konzeptstudienplatz.
Für Slowenien bedeutet der Wegfall von Bucik Jogan einen empfindlichen Verlust. Nach Stuhecs Ausstand verliert das kleine Alpenland innerhalb von zwei Jahren seine beiden Markenzeichen im Speed- und Technikbereich. Trainer Matej Kvasnicka reagiert knapp: „Wir verlieren nicht nur Laufzeiten, sondern eine Führungspersönlichkeit.“

Die stille nach dem letzten schwung
Wer jetzt erwartet, dass sie bei der Heim-Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach als VIP aufschlägt, liegt falsch. „Ich brauche Distance“, sagt sie im Exklusivgespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. „Erst einmal werde ich die Pisten als Mutter, nicht als Athletin betreten.“ Denn neben dem Karriereende gibt es noch eine private Premiere: ihr erstes Kind erwartet sie im Frühjahr.
Die Skisaison 2024/25 wird ohne sie stattfinden – und doch wird ihre Spur bleiben. In jedem Slalom, in dem sich eine Rookie an die Stangen wagt, steckt ein Stück Ana Bucik Jogan. „Ich habe die Tür aufgemacht, nun ist es an den Jungen, sie weiterzureißen“, schließt sie ab. Punkt. Kein Fragezeichen, kein „was wäre wenn“. Nur das leise Knirschen von Kanten, die nie mehr fahren werden.
