Altmaier bricht zusammen, maria stolpert – deutscher tennisdoppelcrash in der wüste
Indian Wells rächt sich. Daniel Altmaier schleppte sich bei 3:6, 0:1 vom Court 5, Tatjana Maria schlug fünf Minuten später ihre Matte in die Sonne Kaliforniens. Beide verabschiedeten sich am selben Abend aus dem ersten 1000er des Jahres – und hinterließen nur Staub und offene Fragen.
Altmaiers körper spricht die sprache der niederlage
Die Zuschler auf dem kleinen Stadion erkannten es früher als der Spieler selbst: Altmaiers linkes Bein zitterte, die Schritte wurden kürzer, die Ballwechsel länger. Gegen Miomir Kecmanovic, den Mann, der vor zwei Wochen Alexander Zverev in Acapulco entzauberte, fehlten dem 27-jährigen Kempener schon nach 26 Minuten die Worte – und die Luft. Bei 0:1 im zweiten Satz stützte er sich auf das Netz, schüttelte den Kopf, signalisierte: Ende. Die Siebte Niederlage im siebten Match des Jahres 2026. Die Statistik lautet inzwischen 0:7, die Weltklassierung wird am Montag erneut Richtung Top-70 rutschen. Das Sprungbrett, das er im Vorjahr bis auf Platz 44 hochgebaut hatte, wirkt wie ein Scherbenhaufen.
Altmaier wollte nach dem Match keine Diagnose nennen, nur so viel: „Es zieht.“ Der Verdacht: eine Adduktorenzerrung, die sich schon in der Vorbereitung angekündigt hatte. Doch wer in der Wüste nach Punkten jagt, kann sich kein Zucken leisten. Die Saison ist jetzt drei Monate alt, und er hat erst 34 Sätze absolviert – weniger als manche Kollegen in einer Woche.

Marias form bleibt ein schleier
Während Altmaier humpelnd verschwand, kämpfte Tatjana Maria noch 1 Stunde 58 Minuten lang. Die 38-jährige Mutter zweier Kinder holte gegen Sorana Cirstea alles aus dem Koffer: Slice, Stopp, Aufschlag-Kurzhand – aber nicht den Sieg. 4:6, 6:4, 3:6 lautete das Ende, das fünfte Erstrunden-Aus in Folge. Ihre Bilanz 2026: zwei kleine Turniersiege in Hobart und Manila, dafür fünf First-Round-K.o.s, darunter die Australian Open und nun Indian Wells. Die ehemalige Wimbledonfinalistin verlässt die Wüste mit 35 Weltranglistenpunkten – so viele wie ein Hauptfeld-Start kostet.
Lo que nadie cuenta es: Maria spielt mit einer Schiene am linken Knöchel, die sie nur bei Nacht wieder abnimmt. Das Alter ist kein Makel, aber es ist ein Fakt. Ihre Gegnerinnen wissen, dass sie Laufwege verkürzen muss. Cirstea tat das mit klinischer Kälte.
Was heißt das für das deutsche tennis?
Zverev kommt erst am Freitag zum Einsatz, nach einem Freilos. Hinter ihm klafft eine Lücke. Jan-Lennard Struff schied ebenfalls in Runde eins aus, Eva Lys verpasste das Hauptfeld knapp. Der Verband schickte drei Coachs extra früh in die Wüste, um Sand aus den Schuhen zu klopfen – doch die Ergebnisse bleiben sandig. Die nächste Generation wartet noch auf den Durchbruch, während die alten Helden den Rasen nicht mehr betreten dürfen.
Die Wüste verzeiht keine Schwäche. Altmaier flog nach Hause, Maria packt schon die Schläger für Miami. Zwischen den beiden liegt ein gemeinsamer Terminkalender – und die Gewissheit, dass die Saison erst dann beginnt, wenn der Körper wieder zuhört.
