Alois schwartz rettet preußen münster – 7 spiele, 1 mission
Die Adlerträger liegen am Boden, der Absturz auf Platz 18 ist ein Schock. Alois Schwartz schlägt mit der Faust auf den Tisch und sagt: „Ich bin bereit.“ Der 54-Jährige übernimmt sofort, sieben Spiele bleiben, um den Klassenerhalt zu schaffen.
Schwartz kennt die 2. liga wie seine westentasche
Kein Neuling, kein Versuch. Schwartz war schon in Sandhausen, in Bielefeld, in Kaiserslautern – immer dann, wenn der Ofen heiß war. Seine Bilanz: 327 Zweitliga-Spiele als Coach, 42 Prozent Punkteschnitt, drei Rettungen in der Endphase. Die Zahlen sprechen für sich.
Beim SSV Saarbrücken hatte er den Aufstieg in die 2. Liga vor Augen, nun kehrt er zurück – nicht nach oben, sondern nach hinten raus. Die Situation ist prekär: 18 Punkte aus 27 Spielen, nur 18 Tore, das schwächste Offensivdepartement der Liga. Die Defensive kassierte 44 Gegentreffer, nur Magdeburg ist schlechter.

Ende weg, hoffnung zurück
Alexander Ende musste gehen, nach dem 0:3 in Paderborn war die Luft raus. Die Vereinsführung um Manager Malte Metzelder handelte binnen 24 Stunden. Schwartz sagt zu, ohne Transferwünsche, ohne Sommerplanung – reine Rettungsmission.
Der Kurzvertrag läuft bis Juni. Geht es gut, gibt es Option. Geht es schief, trägt er trotzdem keinen Makel: Preußen war schon vor ihm abgestiegen. Die Fans sind zwiegespalten: Die einen feiern die Erfahrung, die anderen fürchten das schiere Ausmaß der Aufgabe.
Erste Maßnahme: Mehr Tempo in die Außenbahnen, Umstellungen in der Viererkette. In der Kabine setzt er auf harte Worte und klare Hierarchien. „Wer nicht rennt, rennt für mich nicht“, sagte er einmal in Saarbrücken – das Zitat macht in Münster die Runde.
Am Samstag geht’s gegen Schalke, vor 25 000 in der Arena. Die Königsblauen sind Tabellenführer, die Adlerträger Tabellenletzter. Aber genau diese Konstellation hat Schwartz schon dreimal genutzt, um den Knoten zu sprengen. Die Statistik nennt es Sensation, er nennt es Arbeit.
Keine Tränen, kein Selbstmitleid. Pelkum ruft, die Kurve steht, und Schwartz wirbelt an der Linie. Sieben Endspiele, ein Saisonziel: Liga bleiben. Wenn er es schafft, schreibt er sich ein weiteres Kapitel im Buch der Abruf-Pioniere. Wenn nicht, war es trotzdem die richtige Entscheidung – denn Untätigkeit wäre das größere Risiko gewesen.
