Slalom-szene in aufbruch: rochat geht, zenhäusern winkt vielleicht die chance
Ein überraschender Abschied erschüttert die Schweizer Slalom-Szene: Marc Rochat, eine prägende Figur der letzten Jahre, tritt per sofort vom Spitzensport zurück. Ein Ende, das viele Fragen aufwirft und neue Möglichkeiten für andere Athleten eröffnet.
Ein karriererekord voller emotionen
„La Roche“, wie er im Slalom-Kreis liebevoll genannt wird, prägte über viele Jahre das Bild des Schweizer Alpinen. Seine Karriere war ein Wechselbad der Gefühle, stets von Leidenschaft und Ehrlichkeit geprägt. Obwohl ihm der ersehnte Weltcup-Podestplatz oft nur knapp verwehrt blieb, darf man seine Leistungen nicht auf diesen einen vermeintlichen Mangel reduzieren. Die Bronzemedaille in der Team-Kombination bei der WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm, ein Ergebnis seines brillanten Laufs im Duo mit Stefan Rogentin, ist ein Beweis für sein außergewöhnliches Talent und seine mentale Stärke.

Rochats rücktritt: segen für zenhäusern?
Doch Rochats Entscheidungen haben auch Auswirkungen auf andere Athleten. Besonders Ramon Zenhäusern, der erneut die Norm für die Swiss-Ski-Kader verfehlte, könnte nun profitieren. In den letzten Wochen wurde intensiv über seine Zukunft spekuliert, und es schien, als würde Rochat, und nicht Zenhäusern, die Gunst der Stunde erfahren. Jetzt könnte sich die Situation zugunsten des Wallisers wenden.
Die Situation ist allerdings komplexer als es scheint. Es geht nicht nur um den Rücktritt von Rochat, sondern um die gesamte Konstellation im Slalom-Team. Derzeit gibt es lediglich vier Fahrer, die regelmäßig Weltcuppunkte erzielen und somit ihren Status in der Nationalmannschaft sicher haben. Die Trainingsgruppe umfasst üblicherweise sechs Athleten, und mit Rochats Abgang entsteht eine Vakanz. Matthias Iten hat sich dank seiner deutlichen Leistungssteigerung diesen Platz bereits verdient. Dennoch bleiben weitere Optionen offen.
Ein Kandidat für den verbleibenden Platz ist zweifellos Ramon Zenhäusern, dessen Verbleib eigentlich durch eine konsequente Durchsetzung der Bedingungen abgesichert wäre. Darüber hinaus könnte auch Luca Aerni, der Kombi-Weltmeister von 2017, in Frage kommen, obwohl er in dieser Saison im Slalom nicht sein volles Potenzial ausschöpfte. Seine Spezialisierung auf den Riesenslalom im Alter von 33 Jahren lässt jedoch vermuten, dass er sich von der technisch anspruchsvollsten Disziplin abwendet.
Wer wird den letzten Platz in der Trainingsgruppe einnehmen? Sandro Simonet hatte zwar immer wieder Chancen, konnte aber bisher nicht wirklich überzeugen. Eine Überraschung könnte der neue Schweizer Meister Reto Mächler sein, der im November 2024 bereits im Weltcup debütierte und nun Rückenwind genießt. Auch der junge Giuliano Fux, Junioren-Weltmeister, könnte eine Option sein, obwohl sein Sprung in die Weltcup-Trainingsgruppe vielleicht noch etwas früh kommt.
Am Ende bleibt die Feststellung: Marc Rochat verlässt den Sport als eine Legende, und sein Weg ebnet den anderen Athleten den Weg für neue Erfolge. Die Schweizer Slalom-Szene steht vor einem Neuanfang, der mit Spannung erwartet wird.