Martin Breunig: Hoffnungsträger der Veolia Towers Hamburg

Neue heimat und herausforderungen

Martin Breunig (33) hat von seiner neuen Heimat in Hamburg noch nicht viel gesehen. Nach anderthalb vollgepackten Tagen flog der Hoffnungsträger mit den Veolia Towers Hamburg zum EuroCup-Spiel nach Venedig. Von dort reist der Tross Donnerstag über Frankfurt und Hannover nach Braunschweig, wo das Schlusslicht der Easycredit Basketball Bundesliga am Freitag im Krisen-Duell auf die Löwen trifft (20 Uhr, Dyn).

Schwere aufgabe in venedig

Schwere aufgabe in venedig

Wie groß die Aufgabe ist, die schwankenden Türme vor dem Abstieg zu bewahren, erlebte Breunig Mittwoch bei der 55:90-Klatsche in Venedig sofort am eigenen Leib. „Natürlich war das nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, sagt der nachverpflichtete Center. „Aber ich bin zuversichtlich, dass das Freitag ganz anders aussieht. Nach unseren Regeln am besten! Wir müssen sehr, sehr viel Fokus auf uns richten. Es ist einfach wichtig, dass wir in einen Rhythmus kommen, wo wir ein bisschen Spaß haben und gedankenfrei sind.“

Überraschende mannschaftsleistung

Überraschende mannschaftsleistung

Obwohl die Towers alle zwölf (!) Pflichtspiele in dieser Saison verklatscht haben, war Breunig nach der Ankunft „sehr überrascht, wie positiv und wie hart arbeitend die Mannschaft ist. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon mit Teams zu tun, die null und fünf gestartet sind und die keine Lust mehr auf Training hatten. Aber ich habe schon im ersten Training durchschnaufen müssen. Das war ein Tempo, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte! Und darum bin ich auch zuversichtlich, dass bald die Kurve kommt.“

Vergangene erfolge und neue herausforderungen

Vergangene erfolge und neue herausforderungen

Vergangene Saison hatte Rheinländer maßgeblichen Anteil daran, dass der Syntainics MBC sensationell zum ersten Mal den Pokal gewann. BBL: Pokal-Held Martin Breunig: Darum habe ich beim Schlusslicht Hamburg Towers unterschrieben Im Anschluss wollte der Sohn einer Thailänderin und eines Deutschen, der mit vollständigem Namen Martin Phong Ni Watt Breunig heißt, eigentlich nach Taiwan zum ehemaligen Ludwigsburger Trainer John Patrick (57) wechseln. Der Vertrag mit den New Taipeh Kings war schon unterschrieben. Doch dann wurde er vom Asien-Verband nicht als „Einheimischer“ registriert – und die Vereinbarung gelöst. Breunig unterschrieb einen Zeitvertrag als Verletzungsvertretung bei SLUC Nancy in Frankreich. Nachdem der Kontrakt ausgelaufen dort war, wechselte er als Hoffnungsträger an die Elbe.

Motivation und rolle

Für die Towers sprachen mehrere Dinge: Towers-Boss Marvin Willoughby (47) kennt Breunig seit der U16-Nationalmannschaft, wo er als Co-Trainer sein Mentor war. Mit Assistent Jacob Hollatz (26) spielte Breunig 2020/21 in Oldenburg. Und: „Ein riesengroßer Pluspunkt war Trainer Benka Barloschky. Ich bin ja schon jahrelang in der Liga und habe Coaches kommen und gehen sehen. Unter Benkas Aufsicht hat mir immer der Spielstil gefallen. Auf meiner Position mehrere Möglichkeiten zu haben, dem Team auf unterschiedliche Arten zu helfen. Und ein weiteres Argument war dann natürlich das europäische Spielen im EuroCup.“ Die Rolle des 2,03-Meter-Hünen ist dabei klar: „Ich soll viel Physis mitbringen, ich soll Blöcke stellen, ich soll komplett Gas geben und ich selber sein. Natürlich will ich auch als ältester Spieler im Team Führungsstärke zeigen. Das ist natürlich nicht so einfach, wenn man erst zwei Tage dabei ist. Man muss Connections aufbauen und das Vertrauen der Spieler gewinnen. Irgendwann wird das schon klappen.“

Schock-szene im spiel

Schock-Szene im Spiel: Basketball-Profi spuckt Zahn aus00:46Quelle: DYN Basketball03.11.2025

Druck und erwartungen

Besonderen Druck, als Retter das Ruder allein rumreißen zu müssen, verspürt er Breunig nicht: „Ich bin als Leader da. Das heißt ja aber nicht unbedingt, dass ich allein die Wende schaffen muss. Vielleicht heißt das auch einfach nur, zwei, drei Leuten das Selbstvertrauen zu geben. Ich finde immer eine Art und Weise, Energie zu geben.“

Abstiegskampf und team-chemie

2022 erlebte er in Oldenburg schon einmal Abstiegskampf. Doch bei den Towers hat er ein gutes Gefühl: „Die größte Herausforderung ist immer die Team-Chemie. Und hier sehe ich überhaupt keinen als Außenseiter. Ich sehe eine Unit, die versucht, Gas zu geben. Wenn wir darauf aufbauen, könnte es in eine gute Richtung gehen.“

Familie und neue heimat

Am besten schon Freitag in Braunschweig. Um danach zum ersten Mal mit seiner Frau Rebecca, Sohn Samuel (1) und den beiden Hunden die neue Heimat zu erkunden.