Alisha lehmann wollte aufhören: die geschichte hinter dem instagram-star

27 Millionen Follower, ein Vertrag bei Leicester City – und doch stand Alisha Lehmann vor dem Ausstieg aus dem Profifußball. «Ich bat meine Mutter, mich vom Training abzumelden», sagt die 26-Jährige in einem BBC-Interview. Das Geständnis wirkt wie ein Schnitt durch die glitzernde Oberfläche ihrer Social-Media-Welt.

Der vorwurf: „sie ist nur ein influencer in stutzen“

Jahrelang verfolgte sie ein Ruf, der sie auf dem Platz lahmte: Lehmann sei keine richtige Fußballerin, nur ein Gesicht für Likes. Die Kommentare schwappten über von TikTok ins Stadion, wurden zu Pfiffe, dann zu Selbstzweifeln. «Ich ging trainieren und wusste: Hinter mir rauscht schon das nächste Meme», sagt sie. Die Konsequenz: Sie redete sich selbst schlecht, schon vor dem Aufwärmen.

Was kaum jemand sieht: Lehmann schläft jeden Nachmittag, verzichtet auf Alkohol, checkt ihre GPS-Daten nach jedem Sprint. «Ich würde nie etwas tun, was mein Spiel schwächt», betont sie. Die Zahlen sprechen für sie: 19 Scorerpunkte in der letzten Women's-Super-League-Saison, Zweikampfquote von 56 Prozent – Spitzenwerte unter den Flügelstürmerinnen.

Leicester ist ihr neuanfang – und ihre antwort

Leicester ist ihr neuanfang – und ihre antwort

Jetzt unterschrieb sie für zwei Jahre bei Leicester City Women. Der Klub bucht nicht nur eine Spielerin, sondern auch ein Media-Paket: Klub-Channel wachsen um 34 Prozent, wenn Lehmann postet. Doch das sei «Nebengeräusch», sagt Trainer Amandine Miquel. «Für uns zählt ihr Pressing, nicht ihr Profil.»

Lehmann selbst lacht das Lachen einer, die schon fast draußen war. «Ich bin noch hier, weil ich gelernt habe, dass Meinungen Lärm sind – Statistiken sind Sprache.» Sie trainiert nach dem Abschluss noch 20 Minuten zusätzlich Flanken, lässt den Ball nicht los, bis die Flutlichtanlage abdunkelt. Ein Detail, das kein Video zeigt – und genau deshalb glaubwürdiger ist als jeder Sponsorenpost.

Die Faszination des Sports liegt nicht nur in Toren, sondern in solchen Comeback-Stories. Lehmanns Geschichte endet nicht mit einem Sponsoring-Deal, sondern mit einem einfachen Satz: «Ich bin immer noch die, die nachts mit dem Ball einschläft – nur eben mit 27 Millionen Zeugen.»