Algerien schaltet sender aus: fußballer-kritik verurteilt

Ein Schock für die algerische Medienlandschaft: Der digitale Sender Dzair News wurde für drei Tage gesperrt. Grund dafür sind brisante Vorwürfe gegen Spieler der Nationalmannschaft, die über die Plattform verbreitet wurden – eine Entscheidung, die die Debatte um Pressefreiheit im Land neu entfacht.

Streitgespräche während der wm-qualifikation

Streitgespräche während der wm-qualifikation

Die algerische Medienstelle ANIRA (Autorité Nationale Indépendante de Contrôle Audiovisuel) sieht in der Berichterstattung von Dzair News eine „flagrante Verletzung“ journalistischer Prinzipien. Besonders während des WM-Qualifikationsspiels gegen Argentinien, das die Albiceleste mit 3:0 für sich entschied, soll der Sender „Insulten und eine Verleumdung“ verbreitet haben. Bereits zuvor hatte die ANIRA auf die „Subjektivität“ einiger Kanäle hingewiesen, doch die Eskalation während des Spiels führte nun zur Suspendierung.

Konkrete Details zu den „schwerwiegenden Anschuldigungen“, die kriminalisiert und ethisch verwerflich seien, wurden von der Behörde nicht genannt. Die ANIRA fordert nun von allen Medien eine strikte Einhaltung des Gesetzes und der beruflichen Ethik und kündigt weitere Sanktionen bei Verstößen an. Die Maßnahme wirft jedoch Fragen nach der zunehmenden staatlichen Kontrolle über die Medien in Algerien auf.

Die Einführung des umstrittenen Informationsgesetzes im August 2023, das von Journalisten und Menschenrechtsorganisationen als Einschränkung der Pressefreiheit kritisiert wird, hat die Situation zusätzlich verschärft. Die ANIRA selbst, ebenso wie der Oberste Rat für Ethik und Verhalten, wurden vom algerischen Präsidenten Abdelmayid Tebboune ernannt, was die Unabhängigkeit der Institution in Frage stellt. Die Weltbank listet Algerien derzeit auf dem 145. Platz von 180 Ländern in Bezug auf die Pressefreiheit – ein erschreckendes Ergebnis, das die anhaltenden Herausforderungen für freie Berichterstattung im Land verdeutlicht.

Die Strafe für Dzair News ist mehr als nur eine Suspendierung; sie ist ein deutliches Signal an alle Medien in Algerien, die Grenzen der Meinungsfreiheit zu respektieren – und ein Mahnmal für die internationale Gemeinschaft, die Situation der Journalisten im Land weiterhin genau zu beobachten.