Rüdiger und tah: die letzte chance gegen ecuador?
Die deutsche Abwehr steht vor einer neuen Bewährungsprobe. Nach dem desaströsen Fehlstart in die WM-Qualifikation gegen die Slowakei und dem Ausfall von Nico Schlotterbeck müssen Antonio Rüdiger und Jonathan Tah nun die Verteidigung stabilisieren – und zwar schnell. Kann das Duo endlich seine Form finden, bevor es zu spät ist?
Eine schmerzhafte erinnerung an bratislava
Die Erinnerung an das Spiel in Bratislava lässt den DFB-Vorsitzenden geradezu erschaudern. Beim 0:2 gegen die Slowakei erlebten Rüdiger und Tah einen Abend, der in den Medien als „Sicherheitsrisiko“ gebrandmarkt wurde. Rüdiger wurde gar als „Schlappwehrchef“ verspottet. Eine Situation, die niemand vergessen möchte, geschweige denn wiederholen.

Nagelsmann setzt auf erfahrung
Bundestrainer Julian Nagelsmann scheint sich jedoch auf die Erfahrung seiner Routiniers zu verlassen. Nach Schlotterbecks Verletzung, einer bitteren Diagnose, wird nun das Duo mit über 30 Jahren Erfahrung in den Vordergrund gestellt. Eine taktische Entscheidung, die auf der Hoffnung basiert, dass die fehlende Spielstärke durch Erfahrung und Zweikampfstärke kompensiert werden kann.
„Rüdiger ist zwar ein anderer Typ als der dribbelstarke Schlotterbeck“, so DFB-Sportdirektor Rudi Völler bei MagentaTV, „aber er hat seine Qualitäten im Luftkampf und im Zweikampf mit seiner Schnelligkeit. Zudem bringt er eine große Erfahrung mit, die gerade nach seiner Vertragsverlängerung bei Real Madrid von unschätzbarem Wert ist.“

Neue rollen, neue dynamik
Die Aufteilung der Aufgaben hat sich verändert. Rüdiger, der erfahrene Anführer, räumte ein: „Er ist der neue Chef. Jeder hat seine Zeit, jetzt ist seine Zeit.“ Tah, der am Donnerstag sein 50. Länderspiel gegen Ecuador bestreitet, hat beim FC Bayern einen deutlichen Leistungsschub erfahren. Die Dynamik zwischen den beiden Innenverteidigern könnte sich dadurch positiv verändern, aber die Frage ist: Funktioniert das Zusammenspiel noch so reibungslos wie bei der Heim-EM vor zwei Jahren?
Die zweite Halbzeit gegen die Elfenbeinküste (2:1) gab zumindest einen Hoffnungsschimmer. Obwohl Tah und Rüdiger noch nicht perfekt harmonisierten, blieb die DFB-Auswahl ohne Gegentor und drehte das Spiel. Das ist ein Beweis dafür, dass das Potenzial vorhanden ist.
Klopps zweifel und die suche nach dem diagonalball
Jürgen Klopp äußert jedoch Zweifel. „Wir sind es gewohnt, dass Schlotterbeck ins Mittelfeld rein dribbelt und dann auf links oder den Diagonalball spielt. Das ist ein wichtiges Element des Spiels. Ohne ihn fehlt uns diese Option.“ Rüdiger möge zwar erfahren sein, doch einen „linken Fuß aus Gold“ kann man ihm nicht attestieren. Das Aufbauspiel wird sich gegen Ecuador verändern müssen.
Die chance zur wiedergutmachung
Die deutsche Mannschaft hat bereits die Gruppenphase überstanden. Nun haben Rüdiger und Tah die Chance, sich für die K.o.-Phase einzuspielen und den Fehltritt in Bratislava wiedergutzumachen. Es ist ihre letzte Chance, zu zeigen, dass sie das Herzstück einer Weltklassemannschaft bilden können. Denn eines ist klar: Die Fans erwarten mehr als nur ein solides Abwehrverhalten – sie erwarten Leidenschaft, Entschlossenheit und den unbedingten Willen zum Sieg. Der fünfte Stern hängt davon ab.
