Alexandra popp wirft 14 jahre vfl-karrierewerk über den haufen – bvb-traum wird greifbar

Sie hat sieben Meisterschalen, zwei Champions-League-Pokale und elf DFB-Pokalsiege im Regal stehen. Nun räumt Alexandra Popp (34) beim VfL Wolfsburg selbst das Regal ab. In einem Instagram-Video, gedreht zwischen Medaillenregen und Torjägerkanone, verkündet sie: „Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern.“ 14 Jahre, 20 Titel – und ein Atemzug, der wie ein ganzer Abschied klingt.

Die Nachricht kommt nicht aus heiterem Himmel. Seit Monen schwirrt der BVB durch ihre Interviews wie ein roter Faden. „Kindheitstraum“ nannte sie den Wechsel in die Regionalliga West, wo Dortmunds Frauen gerade mit Ralf Kellermann als Sportdirektor aufsteigen wollen. Popp ist in Witten geboren, 30 Kilometer vom BVB-Trainingsgelände entfernt. Die Geografie spricht BVB, die Historie schreit VfL. Nun fällt die Entscheidung zugunsten der Heimat.

Kein abschied, sondern eine kampfansage

Kein abschied, sondern eine kampfansage

Popp spricht von „großen Gefühlen“, doch ihre Stimme bleibt ruhig. Sie nennt keine neue Adresse, aber sie nennt Ziele: „Wir haben noch vieles vor.“ Gemeint ist der laufende Bundesliga-Durchmarsch und das Pokal-Viertelfinale. Wolfsburg soll nicht leer ausgehen, das Versprechen klingt wie ein Eid. Der Verein reagiert binnen Minuten mit einem Statement: „Respekt und Dankbarkeit.“ Kein Klammern, kein Tränenbahnhof – das ist moderner Profisport.

Die Zahlen sind schonungslos: 343 Pflichtspiele, 156 Tore, 20 Titel. Doch hinter den Zahlen wartet eine Frage, die Popp selbst im Museumspodcast stellte: „Was kommt nach dem Letzten?“ Vier Optionen hatte sie aufgelistet: Verlängern, BVB, Ausland, Karriereende. Punkt eins fällt weg. Punkt zwei rückt näher. Die Regionalliga West mag nur die dritte Kraft sein, aber sie bietet das Letzte, was Popp noch nicht besitzt: eine Heimkehr, eine Bresche, eine neue Legende.

Der DFB hat sie längst verabschiedet, seit 2024 ist die Nationalmannschaft ohne sie. Rio 2016, drei Mal Fußballerin des Jahres, 125 Länderspiele – das Kapitel ist gegessen. Bleibt der Club. Bleibt der Mythos BVB. Und bleibt die Erkenntnis: Selbst nach 14 Jahren kann eine Fußballerin sich neu erfinden, ohne das Feld zu verlassen. Popp geht – aber sie rennt noch einmal an. Ganz sicher.