Alexandra popp reißt nach 14 jahren wolfsburg ab – bvb plant bundesliga-coup

Nach 14 Jahren, sieben Meisterschaften und zwei Champions-League-Trophäen verlässt Alexandra Popp den VfL Wolfsburg. Die 34-jährige Stürmerin unterschreibt bis 2029 bei Borussia Dortmund – und katapultiert damit den erst 2021 gegründeten Frauenfußballzweig des Klubs in die nationale Spitzengruppe.

Wolfsburgs ikone macht schluss, dortmund macht ernst

Der Abschied kam schriftlich, nicht verbal. Am Samstagmittag veröffentlichte der VfL eine knappe Erklärung: Vertrag läuft aus, keine Verlängerung. Punkt. Kein Dankwort, keine Pressekonferenz. Wer Popp kennt, weiß: Das ist ihr Stil. Keine Show, nur Taten. Noch am selben Tag bestätigte der BVB die Verpflichtung. Die Fans hatten es bereits geahnt, seit Ralf Kellermann, Erfolgstrainer und Manager aus Wolfsburg, Anfang der Woche als neuer Sportdirektor der Dortmunder Frauen vorgestellt wurde.

Popp selbst ließ in der Vereinsmitteilung keinen Zweifel: „Mein Herz schlägt für diesen Verein.“ Ein Satz, der in Dortmund Jubel auslöst und in Wolfsburg wie ein Kratzer im Lack klingt. Schließlich war Popp nicht nur Kapitänin, sondern das Gesicht des gesamten Frauenprogramms. 346 Pflichtspiele, 142 Tore, 11 Pokalsiege, zwei Triples. Zahlen, die man sonst nur aus Männerarchiven kennt.

Regionalliga west trifft auf olympia-gold

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Der Bruch ist perfekt. Dortmund spielt aktuell noch in der drittklassigen Regionalliga, muss Saisonziele formell schriftlich beim Amtsgericht einreichen. Die Realität sieht anders aus: neue Trainingsanlagen, Ex-Bundesliga-Profis als Co-Trainer, und jetzt eine 145-fache Nationalspielerin, die 2016 in Rio Gold holte. Für die Konkurrenz bedeutet das: Der Aufstieg ist keine nette Idee mehr, sondern ein Kommando.

Intern heißt es, Popp bekomme ein Spieler-Berater-Konstrukt neben dem Feld: Anteil an Sponsoreneinnahmen, Mitsprache bei Nachwuchskonzepten, ein eigenes Media-Format. Kein Standard, sondern Maßanzug. Wolfsburg wiederum muss umdenken. Ohne Popp fehlt nicht nur die Kapitanbinde, sondern auch die Stimme im Kader, die Gegner schon vor Anpfiff nervt.

Die Liga blickt fassungslos. Ein Jahr nach dem Karriereende von Dzsenifer Marozsán verliert der Frauenfußball wieder eine Ikone – zumindest das Trikot. Denn Popp selbst will weitermachen, vier Jahre bis 2029. Dann wäre sie 38. Alt genug, um zu wissen, dass Geschichte nie ruht. Jung genug, um sie neu zu schreiben.