Alcorcón zerlegt hércules mit vier toren – der abstiegskampf ist wieder offen
Der AD Alcorcón hat in Santo Domingo einen Kantersieg gelandet, der weit über die Tabelle hinausweist. Mit 4:0 schickt Pablo Álvarez’ Team den Hércules CF nach Hause – und schickt gleichzeitig eine Warnung an die Konkurrenz im Abstiegskampf der Primera Federación.
Luis vacas bricht den knoten, bevor die kabinentür zugeht
42 Minuten lang war das Spiel ein Geduldsspiel. Alcorcón drückte, Hércules verteidigte tief, aber ordentlich. Dann ein Steilpass, Raúl Blanco erkennt die Lücke, Vacas schiebt ein – und die Hälfte ist plötzlich vorbei. Die Gäste aus Alicante wirkten, als hätten sie die Luft ausgelassen. Wer dachte, sie würden sich aufrappeln, sah sich getäuscht.
Nach Wiederbeginn brach ein Sturm los. Esteban Aparicio erhöhte nach 50 Minuten auf 2:0, Joan Rojas köpfte das 3:0 (63.), und Blanco selbst machte mit dem 4:0 den Deckel drauf (66.). In nur 24 Minuten verwandelte sich ein enges Match in eine Demonstration der Macht. Die Statistik spricht eine klare Sprache: 16 Schüsse gegen fünf, neun Torschüsse gegen null – und kein einziger Hércules-Abschluss aus dem Strafraum heraus.

Raúl blanco ist überall – und das ist kein zufall
Blanco war nicht nur Torschütze und Vorbereiter, er war der Spielverderber, der die Linien zwischen Mittelfeld und Angriff zerreißt. Seine Bewegungen sind keine Dribblings im klassischen Sinn, eher ein ständiges Umverteilen von Räumen. Hércules-Coach Albert Company Venido stellte dreimal um – vergeblich. Kein Wechsel brachte Stabilität, weil kein Wechsel den Ball in der eigenen Hälfte halten konnte.
Das Mittelfeld-Duo Rai Marchán und Yael Ballesteros sorgte dafür, dass selbst die letzten Konter der Gäste im Keim erstickten. Ballesteros bekam zwar die einzige Gelbe des Spiels, aber das war ein Tribut für ein Spiel, in dem er zweimal den entschehenden Pass spielte – einmal auf Rojas, einmal auf Aparicio. Die Hércules-Abwehr stand oft richtig, aber nie schnell genug. Die Folge: ein 0:4, das sich wie 0:8 anfühlt.

Die tabelle logt – und das weiß auch alcorcón
Mit diesem Sieg springt Alcorcón auf den 13. Platz, nur zwei Zähler über dem Strich. Doch die Leistung von gestern Abend sagt mehr als die Punkte. Die Mannschaft spielte nicht gegen das Tabellenschlusslicht, sondern gegen die eigene Unsicherheit – und gewann klar. Wer so effizient trifft, wer so konsequent Räume eng macht, der muss nicht bangen, sondern nur nachlegen.
Für Hércules bleibt die Erkenntnis, dass ein 0:4 auch ein Imageschaden ist. Die Fans, die 200 Kilometer mitgereist waren, verließen das Stadion schon nach dem dritten Gegentreffer. Der Rest war nur noch Schaulaufen. Alcorcón dagegen feiert nicht nur drei Punkte, sondern ein Selbstvertrauen, das bis in die letzten Spielminuten spürbar war. Wenn sie so weitermachen, müssen andere rennen – nicht sie.
