Alcaraz-coach lopez schluckt niederlagen: „verlieren gehört dazu – nummer eins ist nur ein nebensatz“

Carlos Alcaraz droht der Verlust der ATP-Throne, doch Coach Samuel Lopez pfeift auf Panik. „Wer uns diese Saison vorher zu Melbourne und Doha gegrillt hätte, wir hätten sofort unterschrieben“, sagt er im Gespräch mit Eurosport Spanien. Der 22-jährige Murciano habe „an sein Limit gespielt“, Indian Wells und Miami seien „normale Korrekturen auf höchstem Niveau“. Der Klub der ewigen Gewinner? „Den gibt es nicht.“

„Ich will nach hause“ – lopez züchtigt alcaraz für ausraster

Lopez zeigt harte Kante. Die Szene gegen Korda, als Alcaraz während des Matches brüllte: „Ich will nach Hause“, sei „nicht nur ein Lapsus, sondern ein Signal an den Gegner“. Der Coach: „Er muss lernen, Schwäche nicht laut zu machen. Draußen hören das Millionen.“ Intern habe man gewusst, „dass Miami ein Minenfeld wird“, doch gelte ab sofort: Emotion ja, Erbarmen nein. „Kein Weltranglistenerster verliert gern, aber die Art, wie er verliert, bestimmt seine Zukunft.“

Die Rechnung ist einfach: Jannik Sinner rückt durch seinen Doppel-Coup in Indian Wells und Miami auf 495 Punkte heran. Schon in Monte-Carlo kann der Italiener die Spitze übernehmen. Lopez zuckt mit den Schultern: „Carlos war schachmatt, bevor er König wurde – und hat trotzdem gezockt.“ Rang eins sei „ein Nebenprodukt von Turniersiegen, nicht das Ziel selbst“. Wer am Ende Jahr erster sei, „der hat sich’s verdient, Punkt“. Kein Drama, kein Extra-Training, kein Tapetenwechsel.

Ferrero-comeback? „die tür steht offen – schlüssel liegt unter der matte“

Ferrero-comeback? „die tür steht offen – schlüssel liegt unter der matte“

Die Rückkehr von Juan Carlos Ferrero ins Team hält Lopez für „keinen Rückschritt, sondern eine Option“. Sieben Jahre habe Ferrero den Jungen zum Mann gemacht, „diese DNA bleibt“. Lopez selbst spüre „keinen Machtkampf, nur Rückenwind“. Ob es im Sommer zur Dreier-Allianz kommt? „Wenn Carlos ruft, wird Ferrero nicht nein sagen.“ Der Spieler selbst schweigt, aber seine PR-Abteilung bestätigt: „Kontakt besteht, Zeitpunkt offen.“

Monte-Carlo gilt als Startschuss zur Lieblingsphase des Spaniers. Barcelona und Madrid sind Pflicht, Paris das Endziel. Lopez plant Vollgas, aber mit Handbremse: „Wäre Miami besser gelaufen, hätten wir Monte-Carlo geschmissen.“ Die neue Turnierstruktur – zehn statt sieben Tage – entlaste zwar körperlich, „dafür frisst der Kopf mehr Energie“. Lösung: kürzere Trainingseinheiten, dafür mentales Sparring mit ehemaligen Leistungssportlern. „Sand ist seine DNA, aber Sand allein reicht nicht.“

Die Botschaft an die Konkurrenz: Alcaraz schaltet nicht in Krisen-, sondern in Kerzenmodus. „Wir werden nicht mehr gewinnen, weil wir müssen, sondern weil wir es können.“ Die nächste Woche in Monaco wird zeigen, ob hinter der gelassenen Rhetorik ein neuer Schwung steckt – oder ob Sinner die Thronfolge tatsächlich vorzieht. Für Lopez steht fest: „Wer jetzt zittert, verliert automatisch.“