Alcaraz zerreißt ruud in indian wells – 15. sieg im 15. match

Der Weltranglistenerste brauchte nur 89 Minuten, um Casper Ruud zum Auftakt der Achtelfinals auszuschalten: 6:1, 7:6(2). Die 15. Tour-Sieg in Serie, der fünfte Viertelfinal-Einzug in Folge in der Wüste Kaliforniens – und ein Set, das so brutal perfekt war, dass selbst Ruuds Box mit dem Kopfschütteln aufhörte.

Ein satz, der in die statistikbücher fliegt

37 Minuten dauerte der erste Durchgang, aber die meiste Zeit verstrich im dritten Game, das sich über neun Minuten quälte. Danach war Ruud erledigt. Alcaraz‘ Performance-Index: 9,7 – ein Wert, den die ATP seit drei Jahren nicht mehr gemessen hat. Erste Aufschläge: 71 % reingeworfen, 100 % danach gewonnen. Kurz: Der Murcianer schaltete kurz nach dem Warm-up in einen Modus, den selbst Federer in seinen glanzvollsten Nächten nur sporadisch fand.

Ruud bekam jeden Ball zurück – und traf damit genau Alcaraz‘ Vorhand. Die produzierte Winner um Winner, manche mit so viel Topspin, dass der Ball nach dem Aufprall fast senkrecht nach oben schnellte. Norwegen Nummer eins wirkte wie ein Sparringspartner, der versehentlich im Hauptfeld gelandet ist.

Ruud findet antworten – aber nur kurz

Ruud findet antworten – aber nur kurz

Im zweiten Satz hob sich der Weltranglistensechste. Plötzlich stand er tiefer, schlug die Rückhand flach und kreuzte Alcaraz mit dem Aufschlag. Keine Breakbälle mehr, stattdessen ein Tiebreak. Dort legte der Spanierte aber wieder los wie ein Startfeld-Startschuss: 4:0 aus Ruuds Sicht, bevor der erste Punkt überhaupt zählte. Fünf Matchbälle später war Ruud erledigt – und Alcaraz im Viertelfinal.

Die Zahlen am Ende: 32 Winner, 11 unerzwungene Fehler, 17 von 19 Netzpunkten geholt. Wer so spielt, braucht keine Taktik, nur noch einen Gegner, der mitspielt.

Nun droht norrie – und ein gespenst aus paris

Nun droht norrie – und ein gespenst aus paris

Warten tut Cameron Norrie, der ihn in Paris-Bercy 2025 alt aussehen ließ. Der Brite serviert flach auf den Court, attackiert früh und hat Alcaraz schon öfter in die Rückhand gedrängt – jene Schlagseite, die beim heutigen Match noch kaum wackelte. Doch die Erinnerung schwelgt: Norrie war der letzte, der Alcaraz auf Hartplatz in zwei Sätzen schlug. Das ist zwei Jahre her, aber im Tennis zählt jede kleine Statistik.

Fazit: Wer denkt, Alcaraz sei auf dem Weg zu einem leichten Turniersieg, unterschätzt die Selbstzerfleischung, die ein Master 1000 mit sich bringt. Aber nach einem 9,7-Satz ist klar: Für Norrie wird es vor allem darum gehen, nicht gleich wieder in den God-Mode zu geraten. Die Uhr in Indian Wells tickt – und der Spanierte ist noch lange nicht fertig.