Alba muss aek mit achterpack wegschieben – oder rang zwei riskieren

Mit einem Bein im Viertelfinale, aber dem anderen in der Falle – vor 11.000 in der Mercedes-Benz Arena wartet heute Abend (19 Uhr) kein normales Rückspiel, sondern eine Rechenaufgabe mit klingender Kasse: Alba Berlin muss AEK Athen nicht nur schlagen, sondern die acht Punkte aus dem 80:88 von Athen revidieren, um Gruppensieg und Heimrecht im Best-of-three zu kassieren.

Calles will zahlenchaos aus dem kopf verbannen

Calles will zahlenchaos aus dem kopf verbannen

„Wir spielen Basketball, nicht Lotto“, sagt Trainer Pedro Calles, während ihm Statistiken mit Plus/Minus-Werten vorliegen, die wie ein einziger Daumen nach unten zeigen. Der Coach redet herunter: „Erstens wollen wir unseren Fans ein Sieg-Fest liefern, zweitens wollen wir oben landen.“ Denn wer Gruppenerster wird, spart sich ein möglicles drittes Viertelfinal-Spiel auf fremdem Parkett – umgerechnet eine halbe Million Euro Einnahmen plus sportliches Momentum.

Die griechische Delegation reist mit dem Selbstvertrauen eines Teams an, das in dieser Basketball-Champions-League-Saison noch keine Gruppenpleite einsteckte. AEK trägt die deutsche Schwäche im Gepäck: In fünf der letzten sechs Euro-Auswärtspartien kassierten die Athener zwischen Minute 30 und 35 einen 10:0-Lauf – gen jene Phase, in der Alba in der Hauptstadt mit Luke Sikma und Christ Koumadje die Rebound-Gewalt entfesselt.

Albas Achillesferse ist der Ballverlust nach eigenem Offensivrebound. In Athen verschleuderten die Berliner in dieser Konstellation 14 Punkte – exakt die Differenz, die heute fehlt. Calles hat deshalb die „Second-Chance-Defense“ trainiert: Sobald ein Berliner den Offensiv-Board klaut, rotieren sofort zwei Spieler zurück, um den Konter zu ersticken.

Die Arena wird kochen. Die Fans erhalten Tücher in Gelb-Schwarz, 15.000 Euro spendierte der Klub für eine Light-Show, die bei jedem Dreier trägt. Doch der Lärm allein holt keine acht Punkte heraus. Deshalb setzt Sportdirektor Malte Karbstein auf Tempo: „Wenn wir 80 Ballbesitze erzwingen und 90 Punkte werfen, klappt die Differenz von selbst.“ Das klingt nach Mathematik, ist aber Realität – AEK erlaubt 83,4 Zähler pro Spiel, nur fünf Teams kassieren mehr.

Die Rotation steht. Norris Agbakoko soll die Zone verstopfen, Marcus Eriksson von jenseits der Dreier-Linie zielen – 48 Prozent verwandelte er nach der Winterpause. Der x-Faktor heißt Sam Griesel. Der Neuzugang war in Athen mit 15 Punkten bester Berliner, jetzt soll er als „Stretch-Four“ auch noch den Power-Forward-Platz in der Defensive räumen und schnelle Close-outs spielen.

Kurz vor dem Sprungball schiebt Calles noch einen Satz hinterher, der im Kader hallt: „Wenn wir mit Sieg und acht Punkten aufwachen, haben wir nicht nur den Gruppensieg – wir haben uns ein zweites Leben erkauft.“ Die Rechnung ist einfach: gewinnen oder warten, wer im Viertelfinale auf sie wartet. Entscheidend ist nur, dass um 21 Uhr die Anzeigetafel ein Plus 8 oder mehr anzeigt – sonst reicht selbst ein Sieg nicht.