Alba berlin stolpert in weißenfels: 31-punkte-klatsche wirft fragen auf

Weißenfels – ein Donnerstagabend, der Alba-Coach Israel González noch Monate beschäftigen wird. Der Tabellenzweite kassierte beim Abstiegskandidaten Syntainics MBC eine 68:99-Klatsche und verspielte im Titelrennen wertvolle Luft. Die 31-Punkte-Differenz ist kein Tippfehler, sondern die brutale Realität eines Teams, das seit Wochen nur noch von München träumt.

Mbc dreht auf, alba dreht durch

Was vor 48 Stunden noch undenkbar schien, wurde schnell zur Demütigung. Der MBC, seit November im Keller der easyCredit BBL, legte einen 15:0-Lauf hin, e Alba reagierte wie ein verunsicherter Pokal-Gast. Spencer Reaves traf Dreier im Sekundentakt, die Berliner Defense stand wie versteinert. 23 Punkte schraubte der US-Amerikaner auf das Scoreboard – mehr als jeder komplette Berliner Starter.

Malte Delow stemmte sich mit 14 Punkten gegen die Niederlage, doch seine Treffer wirkten wie Symptombekämpfung in einer Mannschaft, der die DNA der letzten Saison fehlt. Ohne Luke Sikma und ohne klar erkennbare Führung verfielen die Hauptstädter ins Einzelspiel. Die Ballverlust-Statistik: 18, davon sieben im dritten Viertel, als die Partie endgültig kippte.

München kann davon ziehen

München kann davon ziehen

Während die Alba-Auswahl die Busfahrt zurück in die Hauptstadt buchte, bereitet sich Bayern München auf Bamberg vor. Gewinnt der Spitzenreiter am Abend (18.00 Uhr, Dyn), wächst der Vorsprung auf neun Punkte. Die Saison ist noch lang, aber die Psychologie wirkt kurz. Sechs Punkte Rückstand klingen machbar, neun wirken wie eine kleine Kluft mit großem Schatten.

Für MBC-Coach Igor Jovović war es der erste Heimsieg gegen Alba seit 2019. Die Franken feiern den zweiten Saisonsieg in Serie und verlassen vorübergehend den direkten Abstiegsplatz. Die Uhr tickt trotzdem: In zwei Tagen gastiert Braunschweig, ein weiterer Sechs-Punkte-Kampf. Alba muss indes nach Hause und sich fragen, wie viel Substanz hinter dem Selbstvertrauen der Vorrunde steckt.

Die Antwort wird nicht auf Papier gedruckt, sondern am nächsten Sonntag in der Mercedes-Benz Arena gegen Würzburg lebendig werden. Dort erwartet die Fans ein Team, das entweder die Weißenfelser Lehre verarbeitet hat – oder erneut den Spielfluss verpasst und München endgültig aus dem Visier verliert.