Alba berlin am abgrund: kann kayil das wunder vollbringen?

Die Luft in der Max-Schmeling-Halle wird dünn. Alba Berlin steht im Champions-League-Viertelfinale vor dem Aus. Gegen Unicaja Malaga droht heute Abend das frühe Ende der europäischen Saison, und die Hoffnungen ruhen auf den jungen Schultern von Jack Kayil. Kann der 18-Jährige den Berliner Basketball retten?

Ein angeschlagener kapitän und ein wunderjunge

Die Ausgangslage ist dramatisch: Nach der knappen Niederlage im Hinspiel (69:72) muss Alba Berlin heute unbedingt gewinnen, um die Chance auf das Final Four zu wahren. Das Fehlen von Routinier Martin Hermannsson, dessen Adduktoren zwickten und ihn nur vier Minuten aufs Parkett ließ, wiegt schwer. Sportdirektor Himar Ojeda betonte: „Er spürte etwas und wir entschieden, dass er nicht mehr weiterspielt, damit es nicht schlimmer wird.“

Doch in der Not scheint Jack Kayil, der Kapitän der deutschen U18-Europameister-Mannschaft, zur Rettung zu greifen. Im Hinspiel war er bereits mit 19 Punkten bester Berliner Werfer und übernahm in den vergangenen Wochen oft die alleinige Führung des Teams. Seine Leistungen waren beeindruckend, nun gilt es, diesen Schwung mit ins entscheidende Spiel zu nehmen.

Malaga mit erfahrenen routiniers – alba braucht tempo

Malaga mit erfahrenen routiniers – alba braucht tempo

Die Herausforderung ist groß. Unicaja Malaga reist als Tabellenachter der besten Liga Europas, der ACB, an. Die Spanier setzen auf die Erfahrung ihrer Point Guards: Kendrick Perry (33), Justin Cobbs (35) und der nervenstarke Alberto Diaz (31), der im Hinspiel den Siegtreffer erzielte. Das wird Alba vor eine harte Nuss brechen.

Center Norris Agbakoko weiß, wo die Probleme liegen: „Wir haben im ersten Spiel zu viele Rebounds abgegeben – das ist die eine Baustelle. Zum anderen müssen wir unsere Fullcourt-Defense konsequenter durchziehen.“ Er fordert mehr Stopps und eine höhere Geschwindigkeit im Spiel. Gerade die Transitionspunkte, also die einfachen Korberfolge nach Ballgewinn, waren im Hinspiel ein Problem. Denn Kayil könnte davon enorm profitieren, da diese schnellen Angriffe ihm zusätzlichen Freiraum verschaffen würden.

Die Bilanz spricht deutlich gegen Alba: Malaga ist ein Gegner, der sich durch seine abgebrühte Spielweise auszeichnet. Aber im Basketball ist alles möglich. Die Entscheidung liegt jetzt in den Händen der Berliner.

Ojeda fasst es treffend zusammen: „Wir brauchen so eine Jetzt-erst-Recht-Mentalität. Denn das ist ein Do-or-die-Spiel für uns.“ Die Saison steht auf dem Spielbrett – und Jack Kayil könnte der Schlüssel zum Berliner Überleben sein. Die Uhr tickt.