Akor adams schockt iran und wirft sevilla-chef ein problem hin
Akor Adams schreibt ein Statement mit Kreide auf dem Rasen: 50 Minuten, ein Tor, drei Punkte – und ein Dilemma für Luis García Plaza. Der Stürmer, den Sevilla bisher nur in Schubladen sortierte, demolierte mit Nigeria das iranische Bollwerk (2:1) und fordert jetzt den Platz neben Youssef En-Nesyri heraus. Die Akte lautet: fünf Treffer in zwölf Länderspielen, Tempo, Tiefe, Durchsetzungskraft. Kurz: ein neuntes Leben für einen Neuner, der in Andalusien bislang nur Durchschnitt war.

Die rückkehr der hungrigen neun
Adams’ letzte Club-Monate rochen nach Vertrauensvakuum: ein Assist beim 1:1 gegen Getafe, ein spätes Tor gegen Rayo – das war’s in acht Liga-Partien. Vor der Afrika-Cup noch zwei Tore gegen Elche, eins gegen Athletic. Dann Stagnation. Er flog zur Nationalelf, um Anschluss zu finden, und traf wieder. Die Botschaft: „Ich bin nicht der Ersatzmann, der nur Winter-Trainingsplätke wärmt.“
Der Coach, der seit Januar an der Ramón-Sánchez-Pizjuán-Dauerkasse sitzt, hatte auf der Pressewand noch jeden Spot offen gelassen: „Alle fangen bei Null an.“ Adams liefert ihm jetzt eine Eröffnung, die sich nicht wegdiskutieren lässt. García Plaza muss umdenken: von Rotations-Notlösung zu Option Nummer eins. Denn wer Tore gegen Iran schießt, dem glaubt das Stadion – auch wenn es nur ein Test ist.
Am Dienstag testet Nigeria gegen Jordanien (19:30 Uhr), danach kehren acht Sevillistas zurück. Odysseas Vlachodimos kassierte gegen Paraguay das 0:1, Rubén Vargas und Djibril Sow erlebten die 3:4-Schweizer Pokal-Show gegen Deutschland, Ørjan Nyland unterlag mit Norwegen in Amsterdam (1:2), Nemanja Gudelj durfte 60 Minuten gegen Spanien mitleiden (0:3). Alle kommen erschöpft, aber mit Wettkampf-Kilometern im Gepäck. Adams bringt die einzige gute Nachricht mit – und genau das macht seine Situation brisant.
Die Frage ist nicht mehr, ob er kann. Die Frage ist, ob García Plaza bereit ist, die Hierarchie umzukrempeln. Denn Adams zwingt ihn mit jedem Treffer dazu, seine Sturm-Tüftelei neu zu justieren. Der Nigerianer hat die Latte hochgelegt. Jetzt muss der Trainer liefern – oder erklären, warum ein Torjäger mit Selbstvertrauen wieder auf der Bank schmort.
