Aigner schraubt cortina-sieg serie auf gold nummer vier
Zweimal starten, zweimal goldblitzen: Johannes Aigner und sein Guide Nico Haberl haben Cortina in Aufruhr versetzt. Nach der Abfahrt dominierten sie am Montag auch den Super-G der sehbeeinträchtigten Klasse – und das, obwohl der 20-Jährische selbst von einem „nicht perfekten Lauf“ sprach.
Die tofana brennt – 0,16 sekunden vorsprung reichen
Die Uhr stoppte bei +0,16 auf Italiens Giacomo Bertagnolli und Guide Andrea Ravelli. Für Aigner reicht’s. Kanadas Kalle Eriksson/Sierra Smith folgen mit +1,30. Die Zielaufstellung gleicht einem Klassiker: Rot-Weiß-Rot oben, der Rest der Welt darunter. „Wir haben aus einer schwierigen Situation das Beste gemacht“, sagt Aigner und klingt dabei, als hätte er gerade eine Schneekugel aufgerissen, in der nur seine Silhouette passt.
Die Bedingungen? Sulzig. Der Schnee aufgelöst, die Piste zermanscht. Genau das Terrain, in dem kleine Fehler groß werden. Aigner/Haberl machten sie klein, die Konkurrenz nicht. Drei Starts, vier Medaillen – davon vier Mal Gold. Statistiker würden jetzt von einer Quote von 100 % sprechen. Skisport-Fans nennen es einfach: Paralympic-Version des Aigner-Clans.

Veronika aigner bleibt auf silber-kurs – und hadert trotzdem
Ihre Schwester Veronika fuhr mit neuer Guide-Führung. Lilly Sammer an ihrer Seite, Silber am Hals. 0,60 Sekunden fehlten auf Italiens Chiara Mazzel/Nicola Cotti Cottini. „Wir sind mit zu viel Kopf gefahren“, sagt Veronika, während ihr Silber in der Sonne glitzert. Sie klingt, als hätte sie vergessen, dass sie gerade ihr erstes gemeinsames Super-G bestritten hat. Perfektionismus als Standard – typisch Aigner.
Elina Stary hingegen flog. Sturz. Daumenprellung. „Ich bin ziemlich auf den Kopf gefallen“, sagt die 19-jährige Kärntnerin und lacht trotzdem. „Wenn das unten nicht passiert wär, dann wäre hier eine Medaille rausgekommen.“ Ihr Guide Stefan Winter nickt: „Wir wissen, dass wir schnell sind.“ Die Kombi rückt nah, die Chance lebt.

Die jagd nach fünf mal gold – ein satz, den keiner ausspricht
Drei Rennen liegen noch vor dem Duo Aigner/Haberl: Kombi, Riesentorlauf, Slalom. Mathematiker rechnen mit fünf Mal Gold. Die Athleten selbst rechnen mit dem nächsten Schwung. „Wir schauen von Rennen zu Rennen“, sagt Haberl und blockt jeden Trommelwirbel ab. Kein Ziel, das größer ist als die nächste Startnummer.
Die Bilanz nach fünf Tagen Cortina: vier Gold, ein Silber – und ein Ausfall mit Ansage auf Revanche. Die Russin Warwara Worontschichina sorgte nebenbei für ein Stück Zeitgeschichte: Ihr Sieg ließ die russische Hymne erstmals seit der Wiederaufnahme Moskhaus erklingen. Nebenbei, weil niemand im Einserbereich die Niederösterreicher stoppt.
Die nächste Medaille kommt am Dienstag. Die nächste Gold-Wahrscheinlichkeit trägt Startnummer eins. Wer in Cortina wettet, wettet auf Rot-Weiß-Rot – und auf einen Familienbetrieb, der die Tofana längst in Privatbesitz genommen hat.
