Lange zieht mit sandy in berlin um die medaille – und trifft vielleicht auf sie

Olaf Lange feiert heute sein Comeback auf der deutschen Bank – 21 Jahre nach seinem letzten Abflug. Gegen Südkorea startet er in Villeurbanne die Quali, obwohl das Ticket für die Heim-WM längst gebucht ist. Für ihn zählt nur eins: ein System einbauen, das Mitte September in Berlin Edelmetall glänzen lässt.

Die frau an der gegnerischen seile

Sandy Brondello, seine Ehefrau, könnte ihm dabei im Weg stehen. Die australische Headcoachin führt die Opals seit Jahren, ihre Taktik kennt Lange in- und auswendig – schließlich saß er ihr 2021 als Assistant bei den Chicago Sky gegenüber und nahm ihr den Titel. „Die Kinder haben im Hallengang geweint, weil Mama verlor“, erinnert er sich. 2024 holten sie gemeinsam den Gewinnerpokal der Liberty, diesmal floss Tränen der Freude. Ein Familien-Final in Berlin wäre logisch, aber auch ein kleines Drama.

Die deutsche Generation um Leonie Fiebich, Nyara Sabally und Satou Sabally steht vor dem Zenit. Fiebich bezeichnete Lange als „das letzte Puzzleteil“. Der Vertrag läuft bis LA 2028, doch schon 2024 will der DBB die Silberware seit 2005 wieder berühren. Die EM-Platzierung fünf war Vorspiel, jetzt kommt die große Bühne.

Kein sommerurlaub seit 20 jahren

Kein sommerurlaub seit 20 jahren

Urlaub? Fehlanzeige. „Wir coachen irgendwo auf der Welt“, sagt Lange knapp. Statt Strand gibt es Playbook-Studium, statt Sangria Pick-and-Roll-Varianten. Die Qualifikation in Frankreich nutzt er, um Rollen zu klären: Wer übernimmt den Second Side Action, wenn Satou Sabally fehlt? Wer setzt die Early Offense? Antworten liefert er live auf MagentaSport, 17 Uhr.

Langes Vita liest sich wie eine Weltkarte: Wuppertal, Jekaterinburg, Phoenix, New York, Toronto. Überall hinterließ er Spuren, überall lernte er Stars wie Taurasi und Griner kennen. Doch nur eine Station zählt jetzt: Berlin, Arena am Gleisdreieck, 13. September – möglicherweise Finaltag, möglicherweise Ehekrach auf dem Parkett.

Die deutschen Fans hoffen auf die erste Medaille seit Bronze 2005. Lange hofft auf ein Happy End ohne Familienfehde. Die Kinder jedenfalls haben schon gewählt: Sie drücken beide Teams die Daumen – und würden im Falle eines Duells erneut weinen, egal wer gewinnt.