Aicher zwickt shiffrin, scheib schnappt sich kugel: are dreht den cup um

Are – 120 Punkte, fünf Rennen, ein Slalom am Sonntag. Emma Aicher stemmt sich in die Lücke, Mikaela Shiffrin taumelt am Rande. Die 22-jährige deutsche Allrounder fuhr im Riesenslalom von Are auf Platz vier, Shiffrin rutschte nach einem Fahrfehler im oberen Teil auf Rang fünf. Fünf Zähler nahm Aicher ihrer Rivalin ab – mehr waren an diesem Tag nicht drin, aber sie reichen, um die Meisterschaft wieder zu erzählen.

Scheib macht dicht – und macht schluss

Scheib macht dicht – und macht schluss

Während die große Kugel noch rollt, ist die kleine im Riesenslalom schon verpackt. Julia Scheib feierte ihren fünften Saisonsieg, Österreichs erste Disziplinkugel im Damen-GS seit Eva-Maria Brem 2014. Die Steirerin fuhr zwei souveräne Läufe, biss sich durch Nebelfetzen und Eisgranulat und schickte Camille Rast mit einem Ausritt in die Bande. Die Schweizerin, bis Halbzeit 0,11 Sekunden vorne, landete hart im Schnee – damit war der Kampf um die kleine Kristallkugel besiegelt.

Paula Moltzan (+0,36) und Alice Robinson (+0,75) komplettierten das Podest, doch die Blicke richteten sich sofort zurück auf das Gesamtklassement. Shiffrin, 29, muss nun in den Speedrennen zulegen, ihr Rückstand schrumpft mit jedem Finish von Aicher. Die Deutschen feiern nicht nur ihre beste GS-Platzierung des Winters, sondern auch eine realistische Chance auf die größte Trophäe des Alpinsports.

Lena Dürr rutschte im zweiten Lauf ab und wurde 26., Jessica Hilzinger verpasste als 34. die Finalqualifikation. Fabiana Dorigo stürzte schwer, blieb unverletzt, aber außer Konkurrenz. Für das deutsche Team zählt jetzt nur noch ein Name: Aicher. Mit drei Abfahrten und zwei Super-Gs vor der letzten Slalom-Showdowns in Saalbach steht 2024 plötzlich alles offen – und die 120 Punkte wirken wie ein Handtuch, das Shiffrin langsam aus der Hand gleitet.