Aicher jagt shiffrin: kristallkugel nur auf zeit verliehen

Die Saison ist vorbei, die Zeitrechnung beginnt erst jetzt. Emma Aicher holte Mikaela Shiffrin 2026 die große Kristallkugel vor der Nase weg – und gibt sie doch noch nicht zurück. 22 Jahre alt, viermal Top-6, null Ausreißer. Viktoria Rebensburg sagt: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es klingelt.“

Rebensburgs prognose: aicher wird den gesamtcup nicht nur einmal gewinnen

Die Olympiasiegerin von 2010 blickt auf eine Saison, in der Aicher 1.323 Punkte sammelte – 81 weniger als Shiffrin, aber auf allen Strecken. „Sie hat kein Loch“, sagt Rebensburg. „Slalom, Riesenslalom, Super-G, Abfahrt – sie fährt alles auf Augenhöhe. Das haben wir im DSV seit Jahren vermisst.“

Die Zahlen sprechen lauter als jede Analystik. Slalom: 381 Punkte, Rang 6. Super-G: 354 Punkte, Rang 3. Abfahrt: 453 Punkte, Rang 2. Und das, obwohl sie bei der WM in Cortina viermal Silber um vier Hundertstel verschenkte. „Das ist kein Pech, das ist Vorarbeit“, sagt Rebensburg.

Shiffrin fühlt den atem im nacken

Shiffrin fühlt den atem im nacken

Mikaela Shiffrin, 31, dominiert die Szene seit einem Jahrzehnt. Doch auf Instagram schreibt sie: „Emma hat mich inspiriert.“ Im Eurosport-Interview spricht sie von einer „neuen Zeitrechnung“. 70 Prozent ihrer eigenen Punkte holte Shiffrin im Slalom – Aicher holt ihre über das volle Programm. „Das ist keine Rivalität, das ist ein Generationswechsel“, sagt Rebensburg.

Der DSV plant bereits um. Aicher bekommt eigene Testgruppen, eigene Materialbudgets. „Wir bauen nicht nur eine Fahrerin, wir bauen ein System“, sagt Bundestrainer Christian Schwaiger. Das Ziel: 2027 die Kristallkugel endgültig umdrehen.

Rebensburg lacht, wenn sie an die ersten Rennen denkt. „Emma ist vom Wald direkt ins Weltcup-Feuer gestiegt. Sie hat nicht gezögert, sie ist durchgebrannt.“ Die Uhr tickt. Shiffrin wird älter, Aicher schneller. „Nächstes Jahr klingelt es definitiv“, sagt Rebensburg. „Und dann bleibt die Kugel in Deutschland.“